Bistumsartikel: Komitee droht mit Verfassungs-Initiative
Falls der Bistumsartikel am 10. Juni fällt, soll mit einer Verfassungs-Initiative die Abschaffung der päpstlichen Nuntiatur erreicht werden. Damit drohte das Komitee gegen die Aufhebung des Bistumsartikels (SKGAB). Der Artikel sei für den religiösen Frieden nötig.
Das Komitee wandte sich vor allem gegen die von Bundesrat und Parlament vertretene Auffassung, der Bistumsartikel als letzte konfessionelle Ausnahmeregelung in der Bundesverfassung stelle eine Diskriminierung für die Katholiken dar. Denn schliesslich seien alle bischöflich konstituierten Kirchen von dieser Vorschrift betroffen. Der Artikel habe im weiteren auch die Errichtung von Bistümern nie verhindert und werde liberal und tolerant angewandt.
Der Widerstand der Römisch-katholischen Kirche gegen den Artikel sei denn auch nicht mit einer angeblichen Verletzung von Religionsfreiheit, Völkerrecht oder einer Diskriminierung erklärbar. Vielmehr betrachte es der Heilige Stuhl und mit ihm die Schweizer Bischofskonferenz als abnormal, von irgendeiner zivilen Autorität auch nur die geringfügigste Genehmigung verlangen zu müssen.
Abschaffung der Nuntiatur
Das Komitee weist zugleich auf den doppelten Status der Römisch-katholischen Kirche durch den Heiligen Stuhl hin. Entsprechend habe der Nuntius eine Doppelfunktion, und kein anderer ausländischer Diplomat dürfe sich derart in die landesinterne Politik einmischen. Gerade dieses Selbstverständnis stelle eine ständige potentielle Gefährdung aller anderen Kirchen und Staaten dar.
Die Volksabstimmung über den Bistumsartikel gehe deshalb weit über das Problem der Errichtung neuer Bistümer hinaus. "Eine Aufhebung würde als ein politischer und symbolischer Sieg einer Kirche über die andere verstanden", erklärt das Komitee. Bei einer ersatzlosen Streichung des Bistumsartikels am kommenden 10. Juni müsste laut Komitee das Projekt einer Verfassungs-Initiative zur Abschaffung der Nuntiatur lanciert werden. Nur so könnten der religiöse Frieden und die Glaubens- und Gewissensfreiheit gesichert werden.
swissinfo und Agenturen

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