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Bauern gegen weitere Liberalisierung

Schweizer Landwirtschaft soll nicht noch mehr liberalisiert werden. Keystone

Die Schweizer Bauern wehren sich im Hinblick auf die nächste WTO-Runde gegen weitergehende Liberalisierungsschritte in der Landwirtschaft. Die Welthandels-Organisation müsse die Schweizer Prinzipien der Deklarationsvorschriften bezüglich Herkunft und Produktionsmethoden sowie den multifunktionalen Auftrag der Landwirtschaft akzeptieren.

Dieser Inhalt wurde am 04. Oktober 2001 - 16:02 publiziert

Das Ministertreffen der WTO in Katar findet voraussichtlich im kommenden November statt. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) wehrt sich gegen eine über die Agrarpolitik 2002 hinaus gehende Liberalisierung in der Landwirtschaft, wie SBV-Präsident Hansjörg Walter an einer Pressekonferenz in Bern sagte.

Die Schweiz habe mit der Agrarpolitik 2002 bereits sämtliche WTO-Vorgaben mehr als erfüllt. "Damit sind den Bauern wirtschaftliche Opfer zugemutet worden, die weit über das hinausgehen, was von der WTO als solcher verlangt wurde", sagte SVB-Direktor Melchior Ehrler. Dies zeige auch, dass die Bauernfamilien in den letzten Jahren harte Reformen durchgemacht hätten.

Freier Handel nicht oberstes Prinzip

In den anstehenden Verhandlungen müsse dafür gesorgt werden, dass der freie Handel nicht zum obersten Prinzip erklärt werde und die Anliegen der multifunktionalen Landwirtschaft sowie die verschiedenen Schutz- und Qualitätsaspekte zur mehr oder weniger störenden Ausnahme erklärt würden. Vielmehr sollten diese Anliegen in künftigen Verhandlungen gleichgewichtig berücksichtigt werden, forderte Ehrler.

Anstrengungen zu umwelt- und tiergerechter Produktion dürften nicht durch einseitige Liberalisierung unterhöhlt werden, sondern müssten honoriert werden. Auch der qualitative Aspekt der Lebensmittelsicherheit müsse thematisiert werden. Schliesslich sei dem Anliegen der Konsumenten nach Transparenz über Herkunft und Produktionsweise von Nahrungsmitteln Rechnung zu tragen.

Der Genfer FDP-Nationalrat John Dupraz verwies auf die unterschiedliche Sensibilität der einzelnen Länder, die in verschiedenen Anforderungen an die Deklarationsvorschriften, der Qualität, den Produktionsmethoden, den Umweltschutz oder den Tierhaltungsvorschriften münde.

"Wir wollen nicht, dass all das, was diesbezüglich in den letzten Jahren aufgebaut wurde, wieder zerstört wird durch den Druck der weitergehenden Liberalisierung", sagte Dupraz. "Wir wollen selber definieren, was wir unter Lebensqualität verstehen; wir wollen unseren eigenen Geschmack bestimmen."

swissinfo und Agenturen

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