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Bald transparentere Bilanzen?

Müssen sich auch Schweizer Firmen internationalen Regeln beugen ? Keystone

Auch Schweizer börsenkotierte Firmen werden ihre Bücher möglicherweise nach internationalen Einheitsregeln führen müssen.

Dieser Inhalt wurde am 11. Februar 2002 publiziert

Die Schweizer Börse SWX konsultiert derzeit die Unternehmen zu einem solchen Obligatorium. Sie können bis zum 22. Februar dazu Stellung nehmen. Anschliessend werden die Resultate ausgewertet.

Entscheiden werde die Zulassungsstelle der Schweizer Börse, sagte SWX-Sprecher Leo Hug. Das Datum einer möglichen verbindlichen Einführung der "International Accounting Standards" (IAS) sei noch nicht festgelegt.

EU-Obligatorium ab 2005

Die EU-Finanzminister hatten bereits im Dezember 2001 entschieden, börsenkotierte Firmen in der EU stufenweise ab 2005 zur Bilanzierung gemäss IAS-Regeln zu verpflichten. Eine Übergangsfrist bis 2007 gilt für Unternehmen, die gemäss den in den USA geltenden Regeln "Generally Accepted Accounting Principles" (US- GAAP) arbeiten.

Die Harmonisierung - und damit das Aus für die nationalen Buchhaltungssysteme - soll den Anlegern die Vergleichbarkeit der Rechnungsabschlüsse erleichtern. Auch die Möglichkeiten grenzüberschreitender Transaktionen wie Übernahmen sollen verbessert werden.

Schweiz unter Top Ten

Gemäss einer internationalen Studie von Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften gehört die Schweiz in der IAS-Anwendung zu den Top Ten: Über die Hälfte der börsennotierten Firmen bilanzierte bereits nach IAS.

Etliche prominente Firmen erstellen ihre Abschlüsse aber immer noch nach den nationalen FER-Richtlinien (Fachkommission für Empfehlungen zur Rechnungslegung). Beispiele sind die Swiss Re, Richemond oder Kudelski.

Das IAS-System verlangt grössere Transparenz als die nationalen Richtlinien. Vor allem die Kriterien für Rückstellungen, Goodwill- Amortisationen und insbesondere für "ausserordentliche Faktoren" werden restriktiver gefasst.

Strengere amerikanische Regeln

Einige wenige Schweizer Unternehmen führen ihre Bücher nach dem amerikanischen GAAP-Standard. Vor allem Firmen, die in den USA kotiert oder stark in den USA engagiert sind wie beispielsweise ABB, Adecco, Ciba oder Logitech wenden diese ebenfalls vergleichsweise strengen Regeln an.

Marktbeobachter rechnen damit, dass die Regeln von IAS und GAAP in den kommenden Jahren angeglichen werden.

swissinfo und Agenturen

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