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Aufschwung kommt, Arbeitslosigkeit bleibt

Trotz Aufschwung werden noch viele Menschen den Gang zum Arbeitsamt machen müssen. Keystone

Der Wirtschafts-Aufschwung in der Schweiz soll sich im kommenden Jahr verstärken, prognostizieren die Ökonomen vom Institut Créa der Uni Lausanne.

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2005 - 15:13 publiziert

Der Aussenhandel soll dabei die schwache Nachfrage im Inland kompensieren. Die Anzahl der Beschäftigten steigt aber erst 2007.

Die Schweizer Wirtschaft soll im nächsten Jahr an Fahrt gewinnen. Das sagt das Forschungsinstitut Créa, das der Universität Lausanne angeschlossen ist. Das Institut sieht für 2006 ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 2% voraus, im Jahr 2007 sogar 2,3%, wie es am Donnerstag in seiner Herbstprognose mitteilte.

Insgesamt fasse die Schweizer Wirtschaft wieder Tritt. Im laufenden Jahr hätten vor allem die Exporte an Schwung gewonnen. Sie sollen per Ende Jahr um 4,6% wachsen. Bei den Bau- und Ausrüstungs-Investitionen rechnet die Créa per Ende Jahr mit einem Plus von 2,9%, respektive 2,3%.

Arbeitslosigkeit bleibt grösste Sorge

Damit soll der Aussenhandel eine immer noch schwache Inlandnachfrage kompensieren. Die Konsumenten schienen sich dabei vor allem Sorgen um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu machen, schreiben die Lausanner Forscher.

Und auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich noch keine Verbesserung ab. Die Erholung der Wirtschaft werde sich nicht sofort auswirken. Es gebe trotz der guten Aussichten etwa in der Industrie nur wenige Firmen, die Arbeitsplätze schaffen wollten.

Für dieses Jahr sagen die Konjunktur-Auguren eine Arbeitslosenquote von 3,6% voraus. In den kommenden zwei Jahren wird sich diese nur unwesentlich verändern. Bei der Zahl der Beschäftigten soll sich im Jahr 2007 allerdings ein leichter Aufwärtstrend abzeichnen.

Optimistische Einschätzung

Die Lausanner Ökonomen sehen keine Gefahr einer Inflation, trotz der hohen Energiepreise. Die Zinsen sehen sie weiterhin auf tiefem Niveau.

Für das laufende Jahr wird ein Wachstum von 1,5% prognostiziert. Im Frühjahr hatte Créa das diesjährige Wachstum mit 1,6% noch etwas höher eingeschätzt, für 2006 dafür mit 1,9% eine leicht geringere Zunahme vorausgesagt.

Mit ihrer Prognose für 2006 gibt Créa unter den Konjunkturforschern die optimistischste Sicht auf die Schweizer Wirtschaft.

Die Konjunkturforschungstelle KOF der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich etwa sieht nur 1,5% Wachstum, ebenso die BAK Basel Economics und das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco).

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das Forschungsinstitut Créa ist der Universität Lausanne angegliedert und wurde 1973 gegründet.

Hauptziel von Créa ist es, Privaten und der Öffentlichkeit wirtschaftliche Analysen und makroökonomische Prognosen zur Verfügung zu stellen.

Dabei soll ein regelmässiger Austausch zwischen der Universität und der Aussenwelt sichergestellt werden.

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In Kürze

Die Lausanner Ökonomen von Créa erwarten für 2006 ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 2%.

Damit ist das Institut optimistischer als das Staatsekretariat für Wirtschaft (seco), die Zürcher ETH-Konjunktur-Forschungstelle KOF und die BAK Basel Economics, die alle ein Wachstum von nur 1,5% prognostizieren.

Keine Verbesserung erwartet Créa allerdings für den Arbeitsmarkt im kommenden Jahr. Erst 2007 soll sich der Wirtschafts-Aufschwung auch auf die Arbeitsplätze niederschlagen.

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