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Aufatmen, aber noch keine Normalisierung

Das Schwemmholz ist in vielen Gebieten immer noch ein Problem. Keystone

In der Nacht auf Freitag hat es in der Schweiz weniger geregnet als befürchtet. Die Lage in den Hochwassergebieten hat sich weiter entspannt.

Dieser Inhalt wurde am 26. August 2005 - 08:57 publiziert

Die Wehrdienste kämpfen gegen das Schwemmholz in Seen und Flüssen. Noch immer sind viele Menschen evakuiert.

Die Kaltfront, die seit Donnerstag über die Schweiz zieht, hat den Hochwassergebieten neue Regenmengen zwischen 3 und 7,5 Litern pro Quadratmeter gebracht, wie ein Sprecher von MeteoSchweiz am Freitagmorgen sagte. Erwartet hatten die Fachleute Niederschläge von bis zu 15 Litern pro Quadratmeter am Alpennordhang.

Obwohl sich die Situation in der Nacht weiter entspannte, kann noch nicht von einer Normalisierung gesprochen werden. Überall gehen die Aufräumarbeiten weiter.

Ausgelaufenes Heizöl in Stansstad

In der Zentralschweiz hat sich die Hochwasserlage weiter entspannt. Ab (heute) Freitag fahren auf der Gotthardstrecke wieder Züge zwischen Basel und dem Tessin.

Die hohen Pegelstände der Seen gehen nur langsam zurück. In Stansstad lief am Donnerstagabend aus den Öltanks zweier Gebäude Heizöl aus, verschmutzte den See und überschwemmte Dorfgebiete. Die Umweltbelastung hält sich laut den Behörden "in Grenzen".

Auch in Obwalden geht das Wasser langsam zurück. Teile von Sarnen haben noch immer keinen Strom, das Trinkwasser muss nach wie vor abgekocht werden.

Ins abgeschnittene Melchtal soll am Freitag ein Fussgängersteg geöffnet werden. Etwas länger dauern die Arbeiten für die Notverbindung nach Engelberg. Die Behörden rechnen damit, dass die Strasse Mitte oder Ende nächster Woche betriebsbereit ist.

Berner Seen: Pegel sinken

Auch im Kanton Bern sanken die Pegelstände der Seen langsam weiter, der Regen während der Nacht hatte kaum Auswirkungen auf die Pegel. Der Thunersee lag am frühen Morgen aber noch immer um 77 Zentimeter über der Schadensgrenze, der Brienzersee um 20 Zentimeter.

In Thun waren in der Nacht weiterhin zahlreiche Häuser in seenahen Gebieten und in der Innenstadt ohne Strom. Am Freitag soll weiter Schwemmholz aus der Aareschleuse geräumt werden. In Brienz wird am Vormittag entschieden, ob ein Teil der evakuierten Personen wieder in ihre Häuser zurückkehren kann.

In Bern hat sich die Aare seit Donnerstag bei rund 510 Kubikmeter Wasser pro Sekunde eingependelt. Am Donnerstag hatte sich der Fluss aus dem grössten Teil des Mattequartiers zurückgezogen. Potenziell einstürzgefährdete Altstadthäuser sollen am Freitag auf ihre Stabilität überprüft werden. Frühestens dann könne entschieden werden, wann die 340 evakuierten Personen in ihre Häuser zurückkehren können.

Keine Entwarnung in Graubünden

In den Unwettergebieten Graubündens, wo in der Nacht auf Freitag nur wenig Regen gefallen ist, gingen keine neue Schadenmeldungen ein. Die Kantonspolizei gab aber noch keine Entwarnung.

Die Rhätische Bahn nimmt am Freitagmorgen den Autoverlad durch den Vereinatunnel wieder auf. Wann die Hauptachse, die Engadinerstrasse, geöffnet wird, ist noch unklar. Spezialisten stellten bei der Tasnabrücke eine grossflächige Bewegung im Hang fest, wie die Bündner Kantonspolizei mitteilte. Bis nach Scuol wird die Rhätische Bahn voraussichtlich erst in drei Wochen wieder verkehren.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Glückskette führt am 31. August einen nationalen Sammeltag für die Hochwasser-Opfer durch. Von sechs Uhr morgens bis Mitternacht können telefonisch Spenden angemeldet werden.

Bis am Donnerstag waren bei der Glückskette Spenden in Höhe von rund einer halben Mio. Franken eingegangen.

Das Sammelkonto der Glückskette trägt die Nummer 10-15000-6, Vermerk: "Unwetter Schweiz".

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