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Ascom H1: Starker Franken belastet - Security Communication wird verkauft (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 18. August 2011 - 14:42 publiziert

Zürich (awp) - Das Halbjahresergebnis von Ascom ist wegen Währungskursverlusten und einmaligen Kosten für die frühzeitige Auflösung eines Bankkredits tiefer ausgefallen. Positiv wird am Markt hingegen der geplante Verkauft der Division Security Communication aufgenommen. Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zeigt sich Ascom optimistisch und rechnet mit einer höheren EBITDA-Marge als bisher. Die mittelfristigen Ziele wurden bestätigt.
"Die Halbjahresresultate sind solid und im Rahmen unserer Guidance ausgefallen", sagte CEO Fritz Mumenthaler am Donnerstag vor den Medien. Ascom werde sich auf seine Stärken konzentrieren und verkaufe deshalb die Division Security Communication.
VERKAUF DER KLEINSTEN DIVISION
In Zukunft will Ascom auf die beiden global ausgerichteten Divisionen Wireless Solutions und Network Testing fokussieren. Für die Geschäfte der Division Security Communication werden neue Eigentümer gesucht.
Dabei dürfte ein Verkauf in Teilen erfolgen, wie CEO Mumenthaler vor den Medien durchblicken liess. Es sei unwahrscheinlich, dass ein Käufer für die ganze Division gefunden werde. Einen Fahrplan für den Verkauf wollte er aber nicht vorlegen. Man sei derzeit daran, das Käuferuniversum sorgsam zu prüfen. "Wir lassen uns Zeit, um die beste Lösungen für die Division und die Mitarbeiter zu finden", so der CEO.
Die Geschäftsaktivitäten von Security Communications sind von langfristigem Projektgeschäft geprägt und unterliegen daher einer hohen Volatilität und Zyklizität. Anfang Jahr wollte Mumenthaler noch nichts von einer Portfoliobereinigung wissen. Eine Portfolio-Diskussion sei momentan nicht angebracht, sagte er damals vor den Medien. Die angestrebte Internationalisierung der Sparte - um damit die Abhängigkeit von den Bestellungen der Schweizer Armee zu reduzieren - sei aber nicht wunschgemäss verlaufen, weshalb sich Ascom nun von der Sparte trennen wolle.
In Analystenkreisen wurde die Ankündigung sehr positiv aufgenommen. Obwohl es womöglich einige Zeit brauchen werde, bis ein Käufer gefunden sei, seien es exzellente Neuigkeiten, da das Kerngeschäft nicht mehr verwässert werde und sich das Management nicht mehr auf den Turnaround der Division konzentrieren müsse, so ein Analyst von Helvea. Auch bei der Bank Vontobel hiess es, der Verkauf werde begrüsst.
WÄHRUNGSEFFEKTE BELASTEN ERGEBNIS
Im Berichtszeitraum sank der Umsatz um 10% auf 253,1 Mio CHF, das organische Wachstum ging um 1,6% zurück. Währungs- und devestitionsbereinigt sei die Umsatzentwicklung aber weitgehend stabil und im Rahmen der Guidance ausgefallen, so Ascom. Der Auftragseingang ging auf 277,1 Mio nach 308,2 Mio CHF im Vorjahr zurück.
Der EBITDA auf Gruppenstufe betrug 29,6 Mio nach 33,9 Mio CHF und die Marge sank auf 11,7 nach 12,1%. Der EBIT weist Ascom mit 19,5 Mio CHF, was einem Minus von 19% entspricht. Unter dem Strich hat sich der Reingewinn für das erste Halbjahr mit 9,0 Mio CHF (VJ 17,1 Mio) beinahe halbiert. Die Wechselkursverluste bezifferte der Konzern mit 6,6 Mio CHF und die frühzeitige Auflösung eines Bankkredit kostete 1,4 Mio CHF. Analysten bezeichneten die Zahlen in ersten Kommentaren als mehr oder weniger im Rahmen ihrer Erwartungen.
AKTIEN LEGEN IM SCHWACHEN GESAMTMARKT LEICHT ZU
Finanziell ist das Unternehmen gut aufgestellt und will auch künftig Zukäufe tätigen. Im zweiten Halbjahr seien aber keine Übernahmen zu erwarten, sage CFO Martin Zwyssig. Dank einer neu abgeschlossenen Kreditfazilität hat die Gruppe die strategische Flexibilität weiter erhöht. Ascom verfügt über liquiden Mittel von 80,4 Mio CHF und einer Eigenkapitalquote von 35,9%.
Für das Gesamtjahr 2011 erwartet Ascom für die weitergeführten Geschäfte eine EBITDA-Marge von 13-14%, sofern sich das wirtschaftliche Umfeld und die Währungsrelationen nicht noch weiter verschlechtern sollten. Bisher wurde auf Gruppenstufe eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5% in Aussicht gestellt.
Die mittelfristigen Ziele wurden bestätigt. Gemäss früheren Angaben soll die EBITDA-Marge bis zum Geschäftsjahr im Bereich von 14% bis 15% liegen, bei einem durchschnittlichen jährlichen organischen Wachstum in den beiden Divisionen Wireless Solutions und Network Testing von 5% bis 10% in den Jahren 2012 und 2013.
An der Börse notieren um 13.40 Uhr um 0,1% tiefer auf 9,65 CHF, der SPI sinkt derweil um 2,12%.
are/uh

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