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Arbeitgeber: zu weit - Gewerkschaften: zu wenig weit

Arbeitgeberverband und Gewerbeverband sehen in den bundesrätlichen Vorschlägen für einen bezahlten Mutterschaftsurlaub eine Strafaktion gegen die Wirtschaft. Den Gewerkschaften hingegen gehen die Modelle zu wenig weit.

Dieser Inhalt wurde am 09. März 2001 - 16:21 publiziert

Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband widerspricht es "allen demokratischen Gepflogenheiten", nach dem Volks-Nein zur Mutterschaftsversicherung neue kostspielige Vorschläge auf den Tisch zu legen. Offensichtlich werde die Wirtschaft für den "Erfolg" in der Volksabstimmung nun auch noch bestraft, heisst es in einem Communiqué.

Der Arbeitgeberverband sei bereit, die Lohnlücke von acht Wochen für Mütter mit wenigen Dienstjahren im Rahmen einer OR-Revision zu schliessen. Er lehnt aber alle darüber hinausgehenden Verpflichtungen klar ab.

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) seinerseits kann Modelle von mehr als acht Wochen nur akzeptieren, wenn die Finanzierung breiter abgestützt wird, teilte er mit. Als "denkbaren Lösungsansatz" sieht der SGV die Lohnfortzahlung aus Mitteln der Erwerbsersatz-Ordnung (EO).

Gewerkschaften wollen mehr

Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) sind die vom Bundesrat vorgeschlagenen Modelle ungenügend und "knausrig". Sie lägen weit unter den 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaubs, auf die jede andere werdende Mutter in Europa Anspruch habe, schreibt der SGB.

Das Parlament habe dem Bundesrat den Auftrag erteilt, eine Lösung auf der Basis von 14 bezahlten Wochen vorzubereiten, die sich aus Leistungen der Arbeitgeber und der Sozialversicherung zusammensetze. Der SGB erwartet, dass der Bundesrat diesen Willen akzeptiere.

Der Christlichnationale Gewerkschaftsbund (CNG) ist erfreut über "das hohe Tempo", das der Bundesrat einschlage. Die vorgelegten Lösungen genügen aber auch dem CNG noch nicht. Um eine Benachteiligung junger Frauen bei der Anstellung zu verhindern, brauche es eine EO-Teilfinanzierung.

swissinfo und Agenturen

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