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Anteilnahme der Schweiz

Trotz extrem hohem Pegel blieb die Aare in Bern in ihrem Bett. Im Hintergrund das Bundeshaus. Keystone

Während sich die Lage in Österreich beruhigt, droht Prag überschwemmt zu werden.

Dieser Inhalt wurde am 13. August 2002 - 20:46 publiziert

Der Schweizer Bundespräsident Villiger bot den von den Unwettern betroffenen Regierungen Deutschlands, Österreichs, Russlands und der Tschechischen Republik Hilfe an.

Das Schweizer Aussenministerium hat nach eigenen Angaben einige Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe SKH für den Einsatz in der Tschechischen Republik in Bereitschaft gesetzt.

Insbesondere an der schwer betroffenen russischen Schwarzmeerküste könne die Schweiz auch durch die Unterstützung lokaler Organisationen helfen. Hilfegesuche der betroffenen Länder sind bisher aber noch nicht eingetroffen.

Die Schweiz habe Glück gehabt

"In den vergangenen drei Tagen regnete es in der Südschweiz und im Wallis am stärksten", sagte Gaudenz Truog von MeteoSchweiz gegenüber swissinfo.

Doch habe die Schweiz Glück gehabt, wenn man sehe, welch verheerende Auswirkungen die Unwetter bei unsern Nachbarn in Österreich und Deutschland hätten. "Der Regen hörte in der Schweiz gerade noch zur rechten Zeit auf."

In den Tälern aber auch im Flachland seien zwischen 40 und 80 Millimeter Regen pro Quadratmeter gefallen. In den Alpen seien Spitzen von bis 120 Millimetern verzeichnet worden. "Das sind 120 Liter pro Quadratmeter", so Truog.

Flut in Sachsen-Anhalt

Die Jahrhundertflut hat am Mittwoch das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt erreicht. Im Landkreis Bitterfeld trat die Mulde über die Ufer und überschwemmte die Orte Jessnitz und Raguhn.

Eine Evakuierungsaktion für rund 7000 Menschen war bereits am Vorabend angelaufen. In Dessau, wo die Mulde in die Elbe fliesst, waren mehr als 700 Einsatzkräfte und freiwillige Helfer pausenlos im Einsatz, um eine Überflutung zu verhindern. Aus drei Stadtteilen wurden 4500 Menschen in Sicherheit gebracht.

In Jessnitz glich die Mulde, deren Fluten bereits in Sachsen schwerste Schäden angerichtet haben, einem reissenden Strom. Der Ort wurde vollständig überflutet und von der Aussenwelt abgeschlossen, der Strom fiel aus.

Chemiefirmen schützen

In Nachbarorten versuchten Rettungskräfte fieberhaft, Dämme zu sichern, um die nahe gelegene Stadt Bitterfeld und zahlreiche Chemieunternehmen vor den Wassermassen zu schützen. In Pouch oberhalb des Muldestausees bei Bitterfeld brach ein Damm. Schulen und Kindergärten in der Krisenregion blieben geschlossen

Die Menschen in den besonders von Überflutungen bedrohten Gebieten wurden erneut aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Aus Sorge vor Plünderungen harrten dennoch Einwohner aus. Auch entlang der Elbe, darunter in Magdeburg, begannen die Behörden, sich auf eine Katastrophe vorzubereiten.

In Bayern erwartet die Stadt Regensburg die höchste Hochwasserwelle seit 20 Jahren und bereitet sich auf den Ernstfall vor. Die Behörden bereiteten im Stadtgebiet Turnhallen für eine eventuelle Evakuierung vor.

Prags Altstadt bedroht

In Tschechien kämpften weiterhin etwa 10'000 Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige gegen eine Ausweitung des verheerenden Hochwassers. Bedrohlich war die Lage besonders im nordböhmischen Grenzgebiet zu Sachsen und in Prag. In der Hauptstadt drohte weiterhin eine Überschwemmung des historischen Zentrums.

Die österreichische Regierung wird den Hochwasseropfern als Soforthilfe 650 Mio. Euro (950 Mio. Franken) zur Verfügung stellen, kündigte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nach einer Sondersitzung seines Kabinetts an.

swissinfo und Agenturen

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