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Am Valentinstag ans eigene Herz denken

Alarmierende Zustände bei den Schweizer Herzen. Schweiz. Herzstiftung

Die Schweizer Herzstiftung schlägt Alarm: Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen epidemische Ausmasse an und betreffen jährlich schon 50'000 Personen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Februar 2006 - 16:59 publiziert

Zu diesem Schluss kommt die "Herzstiftung Schweiz", die im vergangenen Jahr rund 14'000 Personen in einer Präventiv-Aktionen untersucht hatte.

Am Valentinstag hat die Schweizerische Herzstiftung dazu aufgerufen, durch gesundheitsbewusstes Verhalten auch dem Herz etwas mehr Liebe zu schenken. Zwei von drei Personen in der Schweiz würden ein erhöhtes Herzinfarkt- oder Hirnschlagrisiko aufweisen.

Die Ergebnisse einer Präventionsaktion wurden am Dienstag Gesundheitsminister Pascal Couchepin übergeben.

Über 14'000 Tests

Diese bekannten Befunde hat die Herzstiftung mit der Aktion "Treffpunkt Herz" bestätigt: Während 68 Tagen war sie mit einem Herzbus in 32 Schweizer Städten unterwegs und hat dabei 14'000 Menschen getestet und beraten.

Über 10'000 der untersuchten 14'000 Menschen mussten auf ein persönliches Risiko aufmerksam gemacht werden.

Und: Pro Jahr erleiden rund 50'000 Menschen in der Schweiz einen Herzinfarkt, einen Hirnschlag oder einen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Der freisinnige Nationalrat und Präventivmediziner Felix Gutzwiller erachtet es dabei als besonders schwerwiegend, dass ein Drittel bis die Hälfte der untersuchten Menschen zwei oder mehr Risikofaktoren aufweisen, wie er am Dienstag in Bern sagte. Diese könnten nicht einfach zusammengezählt werden, sondern sie würden sich gegenseitig verstärken.

Übergewicht, Bluthochdruck

Bei gut 30 Prozent der getesteten Menschen sei ein Übergewicht kombiniert mit Bluthochdruck festgestellt worden; vier von zehn Testpersonen hätten neben Übergewicht auch ungünstige Blutfettwerte, namentlich Cholesterin, aufgewiesen.

Bei 48% der Untersuchten kamen ungünstige Blutfettwerte zusammen mit erhöhtem Blutdruck vor, und bei 6,5% wurde ein erhöhter Blutzuckerwert gemessen.

Die Kombination von erhöhtem Blutzucker (Diabetes) sowie zwei weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Übergewicht wird als metabolisches Syndrom bezeichnet und geht mit einer überproportionalen Zunahme des Herzinfarkt- und Hirnschlagrisikos einher.

Gegen 40% der getesteten Menschen erfüllten die Kriterien für das metabolische Syndrom. Oft seien sich die Betroffenen ihres Gesundheitsrisikos nicht bewusst, weil selbst stark erhöhte Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte nicht spürbar seien.

Angemessener Lebensstil

Zur wirksamen Krankheitsvorbeugung sollten deshalb alle gesundheitsschädigenden Faktoren abgebaut und wenn nötig behandelt werden, stellte Gutzwiller fest. Er appellierte an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen.

Von Bund und Kantonen wünscht er sich, der Prävention Priorität einzuräumen. Gesundheitsminister Pascal Couchepin unterstützte diese Anregung. Doch der Staat solle nicht seinen Bürgerinnen und Bürgern vorschreiben, was zu tun sei, sagte er.

Herz-Kreislauf-Krankheiten haben laut der Herzstiftung in der Schweiz ein epidemisches Ausmass angenommen. Sie stehen an erster Stelle der Todesursachen und der Gründe für eine Spitaleinweisung oder einen Arztbesuch.

Die meisten bekannten Herz-Kreislauf-Risiken seien glücklicherweise mit einem gesunden Lebensstil und angemessener Vorsorge vermeidbar. Die Rezepte der Herzstiftung heissen: nicht rauchen, viel Früchte und Gemüse essen, genügend Bewegung und mässiger Alkoholkonsum.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In der Vergangenheit wie in der Gegenwart hat die Anzahl Herzkrankheiten in der Schweiz epidemische Ausmasse angenommen.

Sie stehen an erster Stelle der Todesursachen und der Gründe für eine Spitaleinweisung oder einen Arztbesuch.

Pro Jahr erleiden rund 50'000 Menschen in der Schweiz einen Herzinfarkt, einen Hirnschlag oder einen Herz-Kreislauf-Stillstand.

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Fakten

Während 68 Tagen war "Treffpunkt Herz" mit einem Herzbus in 32 Schweizer Städten unterwegs.
Dabei wurden 14'000 Menschen getestet und beraten.
In der Schweiz gibt es 96 Selbsthilfegruppen für Herzpatienten (Quelle:

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