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WHO wehrt sich gegen Übertreibungsvorwürfe bei der Schweinegrippe

Dieser Inhalt wurde am 29. Dezember 2009 - 12:16 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Vorwürfe zurückgewiesen, im Falle der Schweinegrippe zu alarmistisch vorgegangen zu sein. Nach Ansicht von WHO-Direktorin Margaret Chan ist die Welt noch nicht für einen stärkeren Erreger als das Virus H1N1 gewappnet.
"Die WHO hat sich für eine sehr vorsichtige Vorgehensweise entschieden, trotz der Tatsache, dass es sich um die erste Pandemie seit vier Jahrzehnten gehandelt hat", sagte Chan in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung "Le Temps". Sie hätte nie die Pandemiestufe ausgerufen, wenn sie nicht über solide Argumente verfügt hätte.
Im Falle der Schweinegrippe-Epidemie sei es klar gewesen, dass sich das Virus dauerhaft in mehr als zwei Kontinenten festgesetzt habe. "Wir sind dann alle zum gleichen Schluss gekommen und haben den Entschluss einstimmig gefasst, am 11. Juni 2009 die Pandemiestufe auszurufen", sagte die WHO-Chefin.
Bei der Schweinegrippe-Epidemie sei die WHO viel überlegter und sorgfältiger vorgegangen als etwa bei der SARS-Epidemie 2003, obschon das Ausmass der Ansteckungen massiv grösser gewesen sei. Die Pläne für Alarmierung und Diagnose seien in vielen Ländern nun viel schneller auf die Beine gestellt worden, sagte die chinesische Medizinerin in der Zeitung.
Trotzdem sei man im Kampf gegen solche Pandemien noch nicht ausreichend vorbereitet. Ohne eine genaue Beobachtung von Tierseuchen gehe es nicht mehr, seien doch drei Viertel der neu aufgetauchten menschlichen Krankheiten aus der Tierwelt gekommen.

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