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Wende im Gasstreit: Minsk zahlt und droht Moskau

Dieser Inhalt wurde am 23. Juni 2010 - 18:53 publiziert
(Keystone-SDA)

Moskau - Überraschende Wende im Gasstreit: Weissrussland hat nach Regierungsangaben nun doch seine ausstehenden Rechnungen bei Russland komplett bezahlt. Minsk habe die vom Staatskonzern Gazprom geforderten 187 Millionen Dollar überwiesen.
Dies sagte Vize-Regierungschef Wladimir Semaschko. Zu Ende ist der Streit damit aber noch nicht. Zum einen bestätigte Russland den Erhalt des Geldes zunächst nicht, zum anderen stellte das finanzschwache Weissrussland nun selbst dem mächtigen Nachbarn ein Ultimatum.
Sollte Gazprom nicht bis Donnerstag 9.00 Uhr MESZ die aufgelaufenen Schulden für den Transit des Gases in Höhe von 260 Millionen Dollar beglichen haben, werde Minsk dem Westen den Gashahn zudrehen.
Deutschland befürchtete vorerst keine Engpässe. "Eventuelle Lieferausfälle können durch Gasbezug über andere Routen, Mehrlieferungen durch andere Lieferanten sowie vorhandene Speichermengen ausgeglichen werden", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle in Berlin. Durch Weissrussland führt eine wichtige Transitleitung in die Europäische Union.
Gazprom hatte in dem seit Montag andauernden Streit die Liefermenge an Weissrussland zuletzt um insgesamt 60 Prozent der normalen Menge gedrosselt. Der Konflikt wirkte sich unterdessen erstmals auf die EU aus.
Das baltische Mitgliedsland Litauen erhielt deutlich weniger Gas als üblich, wie der Energieversorger Lietuvos Dujos mitteilte. Das Land ist zu 100 Prozent vom Transit durch Weissrussland abhängig. Auch die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad rund um das frühere Königsberg sei betroffen.

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