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Vater erhält vor EGMR Recht und darf Kinder sehen

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 2010 - 15:55 publiziert
(Keystone-SDA)

Strassburg - Ein Kind hat Anspruch auf seinen leiblichen Vater. Dies ist für den Gerichtshof für Menschenrechte ein unumstössliches Grundrecht. Auch wenn der Vater nach der Geburt keinen Kontakt zu seinen Kindern hatte.
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom Dienstag kann ein 43-jähriger Nigerianer nun darauf hoffen, seine fünf Jahre alten Zwillinge zu treffen, die er nie kennengelernt hat.
Der Entscheid des Oberlandesgerichts in Karlsruhe, dem abgewiesenen Asylbewerber den Umgang mit seinen Kindern zu verwehren, habe nicht das Wohl der Kinder berücksichtigt, heisst es in dem Urteil der Strassburger Richter. Sie sprachen dem Mann ein Schmerzensgeld von 5000 Euro zu.
Der Nigerianer war 2003 nach Deutschland eingereist und hatte eine Beziehung mit einer verheirateten Frau. Nach rund zwei Jahren trennten sich die beiden. Kurze Zeit später, im Dezember 2005, brachte die Frau die Zwillinge zur Welt.
Die Kinder zog sie mit ihrem Ehemann auf, der auch rechtlich deren Vater ist und mit dem sie drei gemeinsame Kinder hat. Das Paar lehnte alle Bitten des biologischen Vaters ab, seine Kinder zu treffen.
Auch das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied im Sinn des Ehepaares, mit dem Argument, dass der biologische Vater keinerlei Verantwortung für die Kinder getragen habe und nicht die Voraussetzungen erfülle, um als enge Bezugsperson zu gelten.
Dieser Entscheid habe nicht das Wohl der Kinder berücksichtigt und sei deshalb ein Verstoss gegen das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens der Menschenrechtskonvention, befanden die Strassburger Richter.

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