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Protestmarsch bolivianischer Ureinwohner trifft in La Paz ein

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2011 - 20:16 publiziert
(Keystone-SDA)

Nach zwei Monaten Fussmarsch ist ein Protestzug bolivianischer Ureinwohner im Regierungssitz La Paz eingetroffen. Zehntausende Menschen empfingen am Mittwoch in einem Vorort die rund 2000 Teilnehmer des Protestmarschs gegen den geplanten Bau einer Strasse durch ein Naturschutzgebiet mit Fahnen und Transparenten.

In dem Wohnviertel Villa Fatima wurden die Marschierer mit Knallern und patriotischen Gesängen begrüsst, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zahlreiche lokale Aktivisten, Studenten und Arbeiter schlossen sich ihrem Marsch zum Regierungssitz am Murillo-Platz im Stadtzentrum an.

Angesichts der breiten Unterstützung für die Demonstranten bot Präsident Evo Morales den Ureinwohnern nach ihrem Eintreffen einen "direkten Dialog" an, wie der Präsidentschaftsminister Carlos Romero erklärte.

Fernando Vargas, einer der Anführer des Protestmarschs, sagte jedoch, die Teilnehmer hätten "kein Vertrauen mehr in die Regierung": "Alles was sie tut, ist lügen." Die von Morales Anfang Oktober angekündigte Aussetzung des Strassenbauprojekts sei keine Garantie.

Zur Umsetzung des Vorhabens müsse die Regierung "über unsere Leichen gehen". Am Dienstag hatte er gesagt, das Ziel des Strassenprojekts sei die "Ausplünderung" ihres Reservats.

600 Kilometer langer Marsch

Die Indianer wehren sich gegen den Bau einer 300 Kilometer langen Strasse, die durch ein Reservat im Amazonasgebiet führen soll, in dem rund 50'000 Ureinwohner leben. Sie befürchten, ihr Land könnte von landlosen Bauern aus dem Hochland aufgekauft werden.

Etwa 2000 Ureinwohner, unter ihnen Frauen, Kinder und ältere Menschen, waren Mitte August vom nördlichen Trinidad ins 600 Kilometer entfernte La Paz aufgebrochen, um gegen die geplante Nord-Süd-Trasse durch den Naturpark zu demonstrieren.

Ende September setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Schlagstöcke gegen die Marschierer ein, hunderte Aktivisten wurden vorübergehend festgenommen. Dies löste einen Aufschrei der Empörung aus. Aus Protest gegen den Polizeieinsatz trat Verteidigungsministerin Cecilia Chacón zurück, auch Innenminister Sacha Llorenti nahm seinen Hut.

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