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Palästinenser protestieren bei UNO gegen Israels Polizeigewalt

Dieser Inhalt wurde am 06. März 2010 - 10:01 publiziert
(Keystone-SDA)

New York - Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei in Ost-Jerusalem hat der UNO-Sicherheitsrat beide Seiten zur "Mässigung" aufgefordert. Zuvor hatte der palästinensische UNO-Gesandte das Gremium angerufen.
Der Rat erklärte daraufhin seine Besorgnis über die derzeitige angespannte Lage in den israelisch besetzten Gebieten einschliesslich Ost-Jerusalem. Beide Seiten sollten "Provokationen" vermeiden, hiess es in der Erklärung, die der amtierende Vorsitzende Emmanuel Issoze-Ngondet aus Gabun im Namen der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats abgab. Nur der "friedliche Dialog" führe zu einer raschen Wiederaufnahme von Verhandlungen.
Der palästinensische Gesandte Rijad Mansur hatte vom Sicherheitsrat eine "sofortige Reaktion" verlangt. Das Gremium müsse zur Zurückhaltung aufrufen und dabei helfen, der Gewalt ein Ende zu setzen, erklärte er. Die Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unternehme "alles Mögliche" zur "Sabotage" geplanter indirekter Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern.
Sie wolle auch die Vermittlungsversuche des US-Vizepräsidenten Joe Biden und des US-Nahost-Gesandten George Mitchell hintertreiben, hiess es in einem Schreiben Mansurs. Mitchell wird am Wochenende in der Region erwartet, Biden in der kommenden Woche. "Wir warnen die internationale Gemeinschaft erneut vor den Gefahren einer weiteren Eskalation der Gewalt", schrieb der palästinensische Diplomat.
Die israelische Polizei hatte zunächst unter Einsatz von Blendgranaten und Tränengas eine Kundgebung palästinensischer Demonstranten auf dem Tempelberg aufgelöst. Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitskräfte seien eingeschritten, als Steine auf jüdische Gläubige an der Klagemauer am Fusse des Tempelberges geworfen worden seien.
Später griff die Gewalt auf die Ost-Jerusalemer Altstadt über. Dabei wurden Mansur zufolge dutzende Palästinenser verletzt. Bereits am vergangenen Sonntag hatte es am Tempelberg ähnliche Zwischenfälle gegeben.

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