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NATO setzt Luftangriffe auf libysche Regierungstruppen fort

Dieser Inhalt wurde am 17. Juli 2011 - 16:48 publiziert
(Keystone-SDA)

Kampfflugzeuge der NATO haben am Sonntag erneut Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen. Nach Angaben des Militärbündnisses wurden am frühen Morgen in östlichen Vororten ein Depot sowie drei Radar-, Flugabwehr- und Raketenstellungen getroffen.

Kurz nach Mitternacht waren helle Blitze über der Stadt sichtbar. Am Sonntag war bis in den Nachmittag hinein das Dröhnen von Düsentriebwerken zu hören.

Das libysche Staatsfernsehen berichtete, die NATO habe Luftangriffe auf militärische und zivile Ziele in zwei Stadtteilen von Tripolis geflogen. Dabei habe es Tote gegeben, nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Durchhalteparolen

Am Samstagabend hatte der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi in einer Fernsehansprache erklärt, sein Land werde angesichts der Angriffe durch die Rebellen und der NATO-Luftkampagne niemals aufgeben. Libyen werde weiter kämpfen und nicht zurückweichen, sagte Gaddafi am Samstag.

"Nachdem wir unsere Kinder als Märtyrer gaben, können wir uns nicht zurückziehen oder kapitulieren, oder aufgeben, oder uns einen Zentimeter bewegen", sagte er. "Seid versichert in euren Gräbern, unsere Märtyrer, wir werden euch niemals verraten."

Es war binnen drei Tagen die dritte Rede Gaddafis mit Durchhalteparolen. Sie richtete sich diesmal an die Stadt Sawija, die Regierungstruppen von den Aufständischen zurückerobert hatten und wo tausende Anhänger Gaddafis für ihn demonstrierten.

Gaddafi bezeichnete in seiner Rede die Rebellen als "Ratten", die "das Volk in Bengasi, in Misrata und in den Bergen des Westens in Geiselhaft genommen" hätten und als "menschlichen Schutzschild" missbrauchten. Die Stadt Bengasi im Osten Libyens ist die Hochburg der Rebellen, das 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegene Misrata ist ebenfalls in Rebellen-Hand.

Patt trotz Unterstützung des Auslands

Trotz der Unterstützung des Auslands ist den Rebellen bisher kein Durchbruch gelungen. Über 30 Länder der Libyen-Kontaktgruppe hatten am Freitag den Übergangsrat der Rebellen anerkannt und Gaddafi die Legitimität abgesprochen. Sie kündigten an, die eingefrorenen Milliardenvermögen Libyens der Oppositionsregierung zur Verfügung zu stellen.

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