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Möglicher Schweizer Anteil am Griechenland-Hilfspaket: 690 Mio. Fr.

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 17:23 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - 690 Millionen Franken: Soviel beträgt theoretisch der Schweizer Anteil am IWF-Hilfspaket von 30 Milliarden Euro für Griechenland. Das Geld würde aus Devisenreserven der Nationalbank stammen, welche in einem Pool beim Internationalen Währungsfonds (IWF) liegen.
Der Pool wird von den Mitgliederländern nach ihren Anteilen am IWF gespiesen. Der Schweizer Anteil am IWF beläuft sich auf 1,6 Prozent. Daraus lässt sich - die Dreisatz-Rechnung lässt grüssen - der theoretische Schweizer Anteil von 480 Millionen Euro (690 Millionen Franken) an der IWF-Hilfe für Griechenland errechnen.
Diese Zahl ist indessen rein theoretisch und mit Vorsicht zu geniessen. Nicht berücksichtigt ist etwa, dass es im IWF nicht nur Nettozahler sondern auch -empfänger gibt. Staaten mit stabilerer Finanzlage dürften damit stärker zum "Handkuss" kommen als hochverschuldete.
Die Kredite des IWF werden vom Exekutivrat gesprochen. Die Auszahlung erfolgt im Rahmen der normalen Geschäfte. Regierungs- oder Parlamentsentscheide sind nicht nötig, solange die Mitgliedsstaaten nicht die Garantiesumme erhöhen müssen.
Die Kredite werden zu einem Zins an die Empfängerländer verliehen, der die Verwaltungskosten des IWF deckt. Der Währungsfonds selbst verzinst die Einlagen zu Marktkonditionen.
Im 24-köpfigen Exekutivrat verfügt die Schweiz mit ihrer Stimmrechtsgruppe über einen Sitz. Zur Stimmrechtsgruppe gehören neben der Schweiz Serbien, Polen, Aserbaidschan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Die Gruppe verfügt über 2,8 Prozent der Stimmrechte.
Nach Angaben aus dem Eidgenössischen Finanzdepartement ist die Schweizer Haltung zum Hilfspaket für Griechenland noch nicht definiert.
Departementssprecher Roland Meier erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, der Bundesrat werde sich mit der Schuldenkrise Griechenlands befassen.

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