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MH17-Ermittler haben "womöglich" Teile von BUK-Rakete identifiziert

Dieser Inhalt wurde am 11. August 2015 - 17:26 publiziert
(Keystone-SDA)

Bei den Nachforschungen zum Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines über der Ostukraine vor einem Jahr haben internationale Ermittler "möglicherweise" Teile einer russischen BUK-Rakete identifiziert. Der Schlussbericht wird erst für Oktober erwartet.

Wie das internationale Ermittlerteam und die niederländische Ermittlungsbehörde OVV am Dienstag mitteilten, untersuchen die Experten "mehrere Teile, die möglicherweise von einem BUK-Boden-Luft-Abwehrsystem stammen".

Die Trümmerteile seien bereits bei einer früheren Bergungsmission an der Absturzstelle der Boeing 777 der Malaysia Airlines in der Ostukraine sichergestellt worden. Sie könnten "möglicherweise mehr Informationen dazu liefern, wer in den Absturz von MH17 verwickelt war".

Noch keine Beweise

Gleichzeitig betonten die Ermittler, die möglichen BUK-Teile liessen "derzeit nicht die Schlussfolgerung zu, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Teilen und dem Absturz von MH17 gab". Um die Fragmente weiter zu untersuchen, setze das internationale Ermittlerteam auf die Unterstützung von Waffenexperten aus aller Welt.

Die Niederlande hätten Russland im Zuge eines Rechtshilfegesuchs um Unterstützung durch den russischen Hersteller von BUK-Raketen gebeten, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Ob es darauf aus Moskau eine Antwort gab, sei nicht bekannt.

Der Abschlussbericht zur genauen Absturzursache soll im Oktober vorliegen. In einem vorläufigen Bericht aus den Niederlanden vom September 2014 hatte es geheissen, die Schäden an dem Flugzeug seien offenbar von einer "grossen Zahl von Objekten verursacht worden, die das Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit von aussen durchdrangen".

Gegenseitige Schuldzuweisung

Beim Absturz der Maschine mit der Flugnummer MH17 waren am 17. Juli 2014 alle 298 Insassen ums Leben gekommen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Niederländer.

Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten, dass prorussische Rebellen die Maschine mit einer von Russland gelieferten Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Moskau und die Rebellen schreiben die Verantwortung hingegen Kiew zu.

Russland hatte erst kürzlich die Einrichtung eines UNO-Tribunals zur Ahndung des Vorfalls mit seinem Veto im UNO-Sicherheitsrat blockiert. Russlands UNO-Botschafter Witali Tschurkin zweifelte an der Unabhängigkeit einer UNO-Untersuchung.

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