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Erklärung von Bern prangert Kinderarbeit auf Kakaoplantagen an

Dieser Inhalt wurde am 05. Oktober 2010 - 18:06 publiziert
(Keystone-SDA)

Zürich - Die Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakaoplantagen ist laut der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern (EvB) nach wie vor "erschreckend". Die Bemühungen der Schokoladeindustrie zur Eindämmung hätten bisher kaum gefruchtet.
Vor neun Jahren hat die Kakao- und Schokoladebranche mit dem "Harkin-Engel-Protokoll" eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet. Damit sollten bis 2005 die schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Kinderhandel und Zwangsarbeit von Erwachsenen auf den Kakaofarmen in der Elfenbeinküste und Ghana beseitigt sein.
Gebracht habe das Protokoll bisher wenig, schreibt die EvB. Sie beruft sich dabei auf die US-Universität Tulane, die beauftragt worden war, den Umsetzungsprozess zu begleiten. Der kürzlich erschienene Schlussbericht zeichne "ein Schreckensbild".
Demnach werden heute tendenziell sogar mehr Kinder aus Burkina Faso und Mali verschleppt und auf ivorische und ghanaische Kakaofarmen verkauft, als man bei Studienbeginn 2002 angenommen hatte. Für die Schweiz als Heimat der weltgrössten Schokoladeunternehmen und mit dem höchsten Pro-Kopf-Schokoladekonsum sei dieser Befund "besonders alarmierend", schreibt die entwicklungspolitische Organisation.
Psychische und physische GewaltAlle 600 von der Universität Tulane befragten Kinder, die auf Kakaofarmen arbeiten, seien der schlimmsten Form von Kinderarbeit ausgesetzt. Sie müssten etwa ungeschützt mit Pestiziden arbeiten, schwere Lasten tragen sowie psychische und physische Gewalt erleiden. Ein grosser Teil dieser Kinder seien Opfer von Menschenhändlern geworden.
Für den schleppenden Aufbau einer fairen und nachhaltigen Versorgungskette macht die EvB die Kakao- und Schokoladeindustrie verantwortlich. Sie habe kläglich versagt. Fast alle ihre Projekte konzentrierten sich auf Produktivitäts- und Ertragssteigerung sowie die Weiterbildung der Bauern. Ohne soziale Programme sei eine Verbesserung der Situation jedoch nicht zu erwarten. Viele der Programme hätten zudem immer noch den Status von Pilotprojekten.
Probleme erkanntDie Schweizer Schokoladeindustrie beschäftige sich seit Jahren mit den sozialen Aspekten des Kakaoanbaus in Westafrika, sagte Franz U. Schmid, Direktor von Chocosuisse, dem Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten, auf Anfrage. Die Probleme seien erkannt und es seien verschiedene Projekte initiiert worden. "Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel."

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