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Buschauffeure leiden unter den langen Schichtzeiten

Dieser Inhalt wurde am 19. August 2011 - 10:43 publiziert
(Keystone-SDA)

Eine Umfrage bei 800 Buschauffeuren in der ganzen Schweiz zeigt, dass diese ihre langen Schichten als problematisch empfinden. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fordert deshalb von den Arbeitgebern eine Begrenzung der Schichten auf maximal 10 Stunden.

Aufgrund der Antworten bilanziert der SEV, dass der Beruf zu jenen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko gehört. Gründe dafür seien Fahrpläne, Nachtarbeit, Verkehrsprobleme, aggressive Fahrgäste oder die Ergonomie der Fahrersitze. Übers Ganze gesehen leide mehr als die Hälfte der Fahrer unter Muskelschmerzen im Rücken, Schultern und Nacken sowie Stress.

"Ältere Busfahrer haben zwar andere Sorgen als jüngere, aber innerhalb der Altersgruppe sind es dieselben Sorgen, dies in Genf, im Berner Oberland oder in Lugano", wird SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger zitiert.

Ältere ertrügen die schwierige Arbeitssituation besser, Jüngere wiederum litten weniger unter der Nachtarbeit. Am häufigsten genannt wurden Probleme mit dem Fahrplan und den Dienstzeiten. Die Schichten betragen gemäss SEV manchmal mehr als 11 oder 12 Stunden, was für die Fahrerinnen und Fahrer "nur schwer verkraftbar" sei.

Stress wegen Velofahrern

Als weiteres Problem empfinden die Chauffeure den Stress, den der Verkehr hervorruft. Der Druck, den Fahrplan einzuhalten, nehme zu. Fahrzeiten würden minimiert, die Haltezeiten verkürzt, so dass die Fahrer manchmal kaum mehr zwei Minuten Zeit hätten, um die Toilette aufzusuchen.

Etwas "vom Stressigsten unterwegs" seien die Radfahrer. Sie verhielten sich unvorhersehbar, führen Schlangenlinien oder ignorierten Rotlichter. Der SEV stellte bei der Umfrage fest, dass der Wunsch mancher Städte, den Mischverkehr Velo-Bus auf der gleichen Spur zu fördern, nicht gut ankommt.

Gute Arbeitsplatzsicherheit

Nach den positiven Aspekten ihrer Arbeit befragt, lobten die Buschauffeure und Busfahrerinnen die Sicherheit der Arbeitsstelle, welche vor allem die Jüngeren schätzen, die Solidarität und Kollegialität untereinander, die Freiheit und Unabhängigkeit sowie die Entlöhnung.

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