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Bürgerliche zufrieden - Linke sehen Kantone in der Pflicht

Dieser Inhalt wurde am 07. März 2010 - 14:51 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Der Schweizerische Tierschutz (STS) zeigt sich enttäuscht über das Nein gegen die Tierschutz-Anwälte. Es handle sich aber um ein Nein gegen die Anwälte und nicht gegen den Tierschutz an sich, sagte STS-Geschäftsführer Hansueli Huber.
Das Volk habe sich gegen ein Instrument ausgesprochen, das es als übertrieben anschaue, sagte Huber auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Über das deutliche Resultat sei er enttäuscht und traurig.
Er habe erwartet, dass es die Initiative schwer haben werde. "Die Leute reagieren häufig skeptisch auf etwas Neues." Er verwies aber auch auf die in seinen Augen starke Propaganda der Bauern und der Behörden gegen das Anliegen.
Nachbesserungen im Vollzug fordert auch der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft der Tierärzte (GST), Charles Troillet. In einigen Kantonen fehle es an Personal. Auch bei der bereits sehr guten Gesetzgebung gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Für den Präsidenten des Schweizerischen Bauernverbandes SBV, Hansjörg Walter (SVP), zeigt das Resultat, dass "in den letzten Jahren einiges gegangenen ist im Tierschutz". Das Volk habe pragmatisch entschieden und anerkannt, dass die Schweiz eines der strengsten Tierschutzgesetze habe.
Der Zürcher Tieranwalt Antoine F. Goetschel ist über die sich abzeichnende Niederlage nicht erstaunt. Die Informationsdichte mit Tierschutzthemen sei in letzter Zeit sehr hoch gewesen - für einige Schweizer vielleicht zu hoch.
Mit dem Inkrafttreten des neuen Tierschutzgesetzes im September 2008 sei viel über solche Themen geredet worden, also beispielsweise darüber, dass man Meerschweinchen und Wellensittiche nicht mehr alleine halten dürfe, sagte Goetschel am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
"Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Schweizer nun langsam genug davon hatten und das Engagement vielleicht auch etwas übertrieben fanden." Komme dazu, dass die Institution des Tieranwaltes für viele skurril anmute. Eine Tatsache, gegen die man auch mit Wahlkampf offenbar nichts habe ausrichten können.
"Auf meine Tätigkeit im Kanton Zürich wird dieses Ergebnis aber keinen Einfluss haben. Ich mache weiter", sagte Goetschel.

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