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AKTIEN SCHWEIZ/Schluss: Leicht schwächer - Roche-Dividendenabgang belastet

Dieser Inhalt wurde am 04. März 2010 - 18:20 publiziert

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag leicht schwächer geschlossen. Nach einem tieferen Start arbeitete sich der Markt im Verlauf sukzessive nach oben. In der letzten Handelsphase wurde das Geschäft von divergierenden Einflüssen geprägt. Als Stütze erwiesen sich phasenweise Äusserungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, wonach die Konjunkturerholung zwar holprig, aber anhaltend sei und die Inflationserwartungen mittelfristig gedämpft seien.
Belastet hatten danach jedoch enttäuschend ausgefallene Immobilienmarktdaten aus den USA, wovon sich der Markt unter dem Einfluss der New Yorker Börse zum Schluss wieder etwas erholte. Während der ganzen Sitzung drückte der Dividendenabgang bei Roche den Markt. Insgesamt habe sich die Stimmung am Markt zuletzt deutlich verbessert, hiess es in Handelskreisen. So seien die Sorgen um die Zahlungsunfähigkeit von Griechenland etwas in den Hintergrund gerückt, was sich positiv die Aktienmärkte ausgewirkt habe.
Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss um 0,12% tiefer auf 6'804,87 Punkten. Der Verlust der Roche-Titel machte im SMI gut 35 Punkte aus und damit mehr als das SMI-Minus von rund 8 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste um 0,08% auf 1'034,28 Zähler ein. Der breite Swiss Performance Index (SPI), bei welchem die Dividenden nicht herausgerechnet werden, avancierte um 0,38% auf 5'914,19.
Der Dividendenabgang bei Roche betrug 6,00 CHF; weil die Genussscheine des Basler Pharmagiganten 3,0% bzw. 5,60 CHF verloren, notierte der Titel ohne den Dividendeneffekt leicht im Plus. Anders Novartis, die um 0,5% nachgaben.
Unter den weiteren Indexschwergewichten legten Nestlé (+1,1%) zu. Die Aktien hatten am Vortag 1,8% verloren, was Beobachter insbesondere auf wieder entflammte Spekulationen um eine vollständige Übernahme des französischen Kosmetikherstellers L'Oréal durch Nestlé zurückgeführt hatten. Da die Besitzerfamilie Bettencourt aber Verkaufsabsichten dementiert habe, habe man heute ein kleines Erleichterungsrally gesehen, sagte ein Händler.
Durch grössere Avancen fielen Nobel Biocare (+3,6%) und UBS (+2,2%) auf. In Nobel Biocare sprachen Händler von ausländischen Investoren, die sich nun allmählich wieder für die Titel interessieren würden. UBS profitierten gemäss Marktbeobachtern u.a. vom Entscheid eines Luxemburger-Gerichts, dass Schadenersatzforderungen von Madoff-Anlegern abgewiesen hatte. Der Entscheid könnte für die ganze Branche wegweisend sein, hiess es. CS (+0,5%) legten ebenfalls zu.
Ansonsten fielen noch Sonova (+1,5%) durch grössere Gewinne auf. Deutlichere Verluste gab es hingegen für Bâloise (-0,9%) und Clariant (ebenfalls - 0,9%).
Swisscom (-0,5%) litten weiter unter der Fastweb-Affäre. Swisscom-CEO Carsten Schloter sieht die italienische Tochtergesellschaft in einem Interview allerdings weiter eher als Opfer denn als Täterin. Eine zentrale Frage sei, ob das Fastweb-Management die Vorgänge kannte oder hätte kennen müssen, sagte er.
Im breiten Markt fielen Bellevue (+11,4%) durch grössere Avancen auf. Diese Kursgewinne werden unter Marktbeobachtern auf jüngst aufgekommene Spekulationen zurückgeführt, wonach die Bank Julius Bär ein Auge auf die Bellevue-Gruppe geworfen habe. Aber auch die Dividendenankündigung vom vergangenen Dienstag dürfte noch Nachwirkungen gehabt haben.
Unter den Firmen aus dem breiten Markt, die am Donnerstag ihre Zahlen vorgelegt hatten, konnten Goldbach Media (+5,8%) und Inficon (+4,2%) grössere Gewinne erzielen. Demgegenüber verloren Newron (-3,0%) nach Vortagesverlusten weiter.
rt/cc

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