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Aktien Frankfurt/Eröffnung: Freundlich - Zufallsbewegungen ohne Umsatz

Dieser Inhalt wurde am 20. Dezember 2010 - 10:17 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit moderaten Kursgewinnen freundlich in die verkürzte Handelswoche vor Weihnachten gestartet. Der Dax stieg in den ersten Minuten um 0,25 Prozent auf 7.000,16 Punkte. In der Vorwoche hatte sich der deutsche Leitindex bereits kaum noch bewegt und schliesslich auf Wochensicht 0,34 Prozent verloren. Der MDax rückte um 0,09 Prozent auf 9.915,46 Punkte vor und der Index für Technologiewerte TecDax gewann 0,42 Prozent auf 834,32 Punkte.
Händler sprachen von sehr dünnen Umsätzen. Einige Anleger stockten aber noch ihre Aktienbestände auf, damit sie zum Jahresende einen höheren Anteil am sehr gute gelaufenen Dax in ihren Potfolios ausweisen können - das so genannte "Window Dressing". Ansonsten überwiege die Unsicherheit vor allem wegen des Euro. Der weltgrösste Anleiheninvestor Pimco schlägt nach den jüngsten Gipfelbeschlüssen der EU-Regierungschefs Alarm. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel stufte das Thema Euro im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa als extrem ernst aber lösbar ein. Die negative Vorgabe der Börsen in Asien belaste kaum, hiess es. Der Future auf den weltweit bekanntesten Aktienindex Dow Jones Industrial gewann 0,22 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag.
FAVORITEN DES JAHRES 2010 WERDEN GEKAUFT
Gekauft würden bei insgesamt eher dünner Nachrichtenlage vor allem die Favoriten des bisherigen Jahres: Die Vorzüge von Volkswagen (VW) kletterten mit plus 3,16 Prozent auf 125,650 Euro an die Dax-Spitze, BMW-Aktien verteuerten sich um 1,36 Prozent auf 62,790 Euro. Die beiden Autotitel stehen im Vergleich zum Jahresbeginn mit 91 Prozent und 97 Prozent im Plus. Am schwächsten haben sich im Dax seit Jahresbeginn die Versorger RWE und Eon entwickelt. Deren Aktien stehen aber aktuell mit 0,60 und 0,25 Prozent auch im Plus.
Metro-Aktien verloren dagegen am Dax-Ende 2,60 Prozent auf 54,370 Euro. Haniel denkt über einen Teilverkauf seiner Beteiligung an dem Düsseldorfer Handelsriesen nach. Man überprüfe den Wertpapierbestand laufend und ohne Tabus, sagte der Chef des Grossaktionärs, Jürgen Kluge, der "Wirtschaftswoche". Dem Magazin zufolge könnte der Duisburger Familienkonzern mit Abschmelzen seiner Metro-Anteile seine Verschuldung senken wollen. "Entsprechende Spekulationen sind immer mal wieder zu hören", sagte ein Händler. Der Bericht könnte leicht belasten, immerhin halte Haniel 34,2 Prozent der Metro-Anteile. Ein anderer Börsianer sieht indes das für den Einzelhandel sehr gut laufende Weihnachtsgeschäft als anhaltende Stütze für die Aktie.
Die Titel der Lufthansa sackten um 1,70 Prozent auf 16,460 Euro ab. Händler verwiesen auf die witterungsbedingten Flugausfälle vor allem auch am Heimatflughafen Frankfurt. Fraport-Aktien gaben 0,74 Prozent auf 47,425 Euro ab. Profiteur der Winterwitterung ist dagegen der Kasseler Düngemittel- und Salzherstellers K+S . Engpässe bei der Streusalzversorgung sind auch in diesem Winter nicht ganz auszuschliessen, sagte Vorstandschef Norbert Steiner der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die K+S-Aktien verteuerten sich um 1,58 Prozent auf 52,910 Euro.
CONERGY WERDEN NACH FINANZIERUNG FAST EIN VIERTEL TEURER
Aktien der SGL Group zählten mit minus 1,70 Prozent auf 26,350 Euro zu den schwächsten Werten im MDax . Wegen verbotener Preis- und anderer Absprachen klagt die Deutsche Bahn AG gegen Lieferanten von Zugmaterial. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geht es um die Zahlung von Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe. Südzucker-Titel verbilligten sich trotz einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank um 2,70 Prozent auf 19,655 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Freitag in Reaktion auf einen optimistischen Ausblick.
Im TecDax sprangen Conergy-Aktien mit plus 24,24 Prozent auf 0,610 Euro an die Spitze. Das Solarunternehmen ist finanziell gerettet. Nach monatelangen Verhandlungen einigte sich die Gesellschaft mit ihren Kreditgebern auf eine neue Finanzstruktur. Die Lösung beinhaltet unter anderem einen Kapitalschnitt und eine anschliessende Kapitalerhöhung. Die Einigung sieht vor, dass die Schulden des Unternehmens um 188 Millionen Euro zurückgeführt werden. Damit soll auch die Zinsbelastung sinken, die zuletzt die Gewinne auffrass. "Die Neuigkeiten ziehen wohl spekulatives Geld an", meinte der Händler./fa

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