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AKTIEN FRANKFURT/Dax im Plus - Euro-Schwäche hilft deutschen Unternehmen

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2010 - 14:33 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Angetrieben von starken Aktien exportorientierter Unternehmen hat der Dax am Montag Gewinne verbucht. Der deutsche Leitindex legte um 1,07 Prozent auf 6.121,60 Punkte zu und machte damit einen Teil seiner Verluste vom Freitag wieder wett. Der MDax indes schaffte den Sprung in die Gewinnzone nicht und notierte mit minus 0,55 Prozent bei 8.242,82 Zählern, der TecDax büsste 0,08 Prozent auf 771,78 Punkte ein. Händler begründeten die gute Dax-Entwicklung unter anderem mit dem niedrigen Kurs des Euro. Seine Schwäche sei zwar einerseits Ausdruck der Schuldenkrise in der Währungszone, komme andererseits aber der exportorientierten deutschen Wirtschaft entgegen.
"Das Plus beim Dax beruht ganz klar auf der Schwäche des Euro", sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Gemeinschaftswährung war am Montag zwischenzeitlich auf unter 1,23 US-Dollar gesunken und hatte damit den niedrigsten Stand seit rund vier Jahren erreicht. Dieser niedrige Kurs stärke die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Güter, sagte Ruland. "Die Schwäche des Euro ist ein riesiges Konjunkturprogramm für die deutsche Industrie." Dass sowohl der MDax als auch der TecDax dem Leitindex hinterherhinken, liege daran, dass die Exportlastigkeit der dort gelisteten Unternehmen nicht so gross sei wie im Dax. Verbunden mit der Stärke deutscher Papiere ist nach Meinung Rulands jedoch auch die Gefahr, dass die Spannungen innerhalb der Euro-Zone noch zunehmen. Denn dadurch werde die Kluft zwischen starken Ländern wie Deutschland und schwächelnden Ländern wie Griechenland grösser.
Wie gut der Ruf deutscher Aktien trotz der europäischen Schuldenkrise ist, zeigte sich beispielsweise daran, dass die UBS bei ihrer Kaufempfehlung für deutsche Aktien blieb. Die überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung Deutschlands gegenüber Europa habe erst begonnen und sollte sich fortsetzen, schrieb Analystin Karen Olney. Zudem gab es am Montag zwei Hochstufungen für kontinentaleuropäische Aktien: Morgen Stanley hob die Einschätzung von ?Underweight? auf ?Overweight? und die Credit Suisse erhöhte die Übergewichtung für Aktien aus der kontinentaleuropäische Wirtschaftszone deutlich.
Folgerichtig gehörten Papiere exportorientierter Unternehmen am Montag zu den Gewinnern im Dax. Papiere von Adidas , BASF und Bayer etwa zeigten sich fest. Durchgängig in der Pluszone waren auch Automobilwerte im Dax. Während Daimler und BMW zwischen 0,98 und 1,75 Prozent zulegten, notierten Volkswagen (VW) nur bei einem Plus von 0,15 Prozent. Insgesamt trotzten die Papiere damit negativen Absatzzahlen, wonach der westeuropäische Automarkt im April erstmals seit zehn Monaten geschrumpft war.
An der Dax-Spitze lagen indes Aktien von Infineon mit einem Aufschlag von mehr als 3 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Münchener Chipkonzern mit dem US-Rivalen Intel über den Verkauf seiner Sparte für Mobilfunkchips verhandelt.
Dagegen fuhren Lufthansa-Papiere ein Minus von 0,87 Prozent auf 11,455 Euro ein und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dax. Negativ wirkten sich hier Behinderungen wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans aus. Europaweit fielen am Montag nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol rund 1.000 Flüge aus.
Im MDax lagen Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns Hochtief nach Zahlen am Ende - sie verloren etwa fünfeinhalb Prozent auf 55,59 Euro. Negativ werteten Börsianer vor allem einen Rückgang beim Auftragseingang sowie einen schwachen Ausblick der australischen Tochter Leighton. Zu den Gewinnern im Index mittelgrosser Werte zählten indes ProSiebenSat.1 Media mit einem Kursplus von mehr als 3 Prozent. Sie profitierten von einer Analystenhochstufung. Die Experten der Schweizer Grossbank UBS gehen davon aus, dass sich das Verschuldungsriskio des Unternehmens dank der wieder zunehmenden Werbeerlöse verringere./chs/gl

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