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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Leichte Verluste - SAP-Zahlen enttäuschen

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2010 - 08:14 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Mittwoch zum Handelsstart leicht nachgeben. Händler erwarten erneut moderate Gewinnmitnahmen, zumal SAP mit seinen Quartalszahlen nicht überzeugte und auch die Vorgaben aus den USA etwas belasten. Gegen 8.05 Uhr stand der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex um 0,10 Prozent tiefer bei 6.607 Punkten.
In den USA hatten der Leitindex Dow Jones Industrial (DJIA) zwar kaum verändert geschlossen und die Nasdaq-Börsen leicht zugelegt, doch der Dow-Future gab seit Xetra-Schluss leicht um 0,25 Prozent nach.
SAP ENTTÄUSCHT AUF ERGEBNIS-EBENE
Europas grösster Softwarehersteller SAP verzeichnet im abgelaufenen Jahresviertel dank der Übernahme von Sybase zwar einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg, blieb damit aber teilweise hinter den Analystenerwartungen zurück. Das vorläufige Nettoergebnis und der operative Gewinn liegen laut einem Händler unter den Prognosen. Nur beim Umsatz habe SAP die Erwartungen leicht übertroffen.
Die Deutsche Bank meldete einen Verlust von etwas mehr als einer Milliarde Euro für das dritte Quartal, doch war die Ursache hierfür eine erwartete Abschreibung auf den Wert ihrer Postbank-Beteiligung. Am Markt hiess es, die vorgelegten Zahlen des Branchenprimus seien "etwas besser als die Eckzahlen, die im Zuge der Kapitalerhöhung bereits veröffentlicht worden waren". Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern wie UBS habe sich zudem das Investmentbanking-Geschäft überraschend gut entwickelt.
LUFTHANSA WEGEN AIR FRANCE IM BLICK
Auf eine angehobene Geschäftsjahresprognose 2010/11 des Konkurrenten Air France-KLM könnten die Titel der Lufthansa positiv reagieren. "Das neue Ziel der Air France, bis Ende März ein positives und nicht mehr nur ein ausgeglichenes operatives Ergebnis vorzulegen, ist nicht allzu weit von der Markterwartung entfernt. Von Bloomberg gefragt Analysten rechnen im Schnitt mit plus 77,5 Millionen Euro", kommentierte Marktexperte Heino Ruland vom Finanzberater Ruland Research. "Dennoch ist das eine gute Nachricht auch für die Lufthansa, denn sie unterstreicht die Attraktivität des Luftfahrtsektors."
Die Papiere von Infineon wiederum könnten von den Zahlen des Konkurrenten STMicroelectronics beflügelt werden. Der Halbleiterkonzern liegt mit seiner Umsatzprognose für das verbleibende Geschäftsjahr laut einem Händler über der durchschnittlichen Analystenschätzung. Zudem habe der Konzern beim Nettoergebnis im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten.
ERNEUTE RÜCKRUFAKTION BEI BMW
Die Aktien von BMW hingegen könnten wegen einer erneuten Rückrufaktion schwächer starten. Aufgrund von Problemen mit der Spritzzufuhr ruft der bayerische Autobauer allein in den USA vorsorglich mehr als 150.000 Autos zurück. "Das ist schon der dritte Rückruf in diesem Monat", hob Ruland kritisch hervor und fragt sich, ob wohl BMW womöglich Toyota nacheifere. "Finanziell ist der Rückruf bei BMW zwar kein Problem, aber das wird allmählich zu einer Image-Frage. Zwar ist das noch kein Problem, aber weit davon ist BMW auch nicht mehr entfernt."
Zahlen legten in der zweiten Reihe zudem auch Krones, Kontron, Praktiker und Vossloh vor./ck/ag

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