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AKTIEN FRANKFURT: Schwach - Steigende Unsicherheit drückt Euro und Aktien

Dieser Inhalt wurde am 01. Juni 2010 - 15:12 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Deutsche Aktien sind am Dienstag unter Druck geraten. Börsianer sprachen von einer wieder steigenden Unsicherheit im Dax, die sich in der deutlich ansteigenden Schwankungsbreite der Aktien widerspiegele. Der Volatilitätsindex der Deutschen Börse als Mass der erwarteten Kursausschläge zog um 8,51 Prozent an. Der Dax stand am Nachmittag 1,50 Prozent tiefer bei 5.874,74 Punkten. Der Leitindex erholte sich aber vom Tief bei 5.833 Punkten. Der MDax verlor zuletzt 2,02 Prozent auf 7.861,19 Punkte, der TecDax fiel um 1,51 Prozent auf 736,67 Punkte.
Ausdruck der wieder erhöhten Unsicherheit sei auch der schwache Euro, der zum US-Dollar im Verlauf auf den tiefsten Stand seit April 2006 gefallen ist. Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank begründet die Euroschwäche vor allem mit technischen Faktoren. Konjunkturelle Sorgen rückten aber auch wieder stärker in den Vordergrund. Zudem werde am Markt weiterhin über eine mögliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs spekuliert. Ein solcher Schritt der Ratingagenturen hätte nochmal eine neue Qualität, sagte Leuchtmann. Schliesslich gelte Frankreich zusammen mit Deutschland als Kernland und "stabilisierendes Element" der Euro-Zone. Andere Börsianer verwiesen auch auf den Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler am Vortag, der wohl bei einigen ausländischen Anlegern für Unruhe sorge. Die Kapitalmärkte in den USA und Grossbritannien reagierten hierauf nach dem gestrigen Feiertag mit Verzögerung. Bereits zum Handelsstart hatten Konjunkturdaten aus China die Märkte in Asien und Europa belastet, da sie eine Verlangsamung des Wachstums signalisierten.
Zu den grössten Verlierern zählten Bankentitel. Händler verwiesen auf Aussagen der Europäischen Zentralbank vom Vorabend, demzufolge bei Banken der Eurozone bis Ende 2011 wegen der Finanzkrise weitere Milliarden-Abschreibungen anstehen könnten. Zudem werde Unicredit-Chef Alesandro Profumo mit der Aussage zitiert, dass es derzeit nahezu unmöglich sei, frisches Kapital zu beschaffen. Papiere der Deutschen Bank verloren 2,73 Prozent auf 47,075 Euro. Auch Stahlwerte mussten wieder Federn lassen. Aktien von ThyssenKrupp büssten 2,51 Prozent auf 21,395 Euro ein, Salzgitter-Titel verloren 2,68 Prozent. Das "Wall Street Journal" rückte am Morgen nochmals den Druck auf die Stahlpreise als Belastungsfaktor in den Fokus.
Einige Einzelwerte wurden angesichts einer weiter dünnen Nachrichtenlage vor allem von Analystenstudien bewegt. So hielten sich SAP-Aktien nach einer Kaufempfehlung mit 0,47 Prozent auf 35,390 Euro als einziger der 30 Dax-Werte im Plus. Cheuvreux hatte das Papier der Softwareschmiede auf "Selected List" von "Underperform" gehoben. Auch die Papiere von K+S profitierten laut Händlern von einer Hochstufung durch die Analysten des Bankhauses Metzler. Die Anteile an dem Düngemittelunternehmen verloren lediglich 0,64 Prozent./fat/th

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