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AKTIEN FRANKFURT: Neues Tief im nervösen Handel nach Abstufung der USA

Dieser Inhalt wurde am 08. August 2011 - 12:06 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Montag nach der Ratingabstufung der USA bei 6.057 Punkten auf den tiefsten Stand seit elf Monaten gefallen. Im nervösen Handel schwankte der angeschlagene Leitindex Dax zwar im frühen Handel noch zwischen Verlusten und Gewinnen, entschied sich bis zum Mittag aber für eine fortgesetzte Talfahrt: zuletzt standen minus 2,43 Prozent auf auf 6.084,88 Punkte im Dax zu Buche. Zunächst hatten das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) und beruhigende Aussagen der G7-Finanzminister noch geholfen den weiteren Schaden durch den Verlust der Topbonität US-amerikanischer Staatsanleihen auszugleichen. In der Vorwoche war der Index bereits in der längsten Verlustserie seit 1993 um fast 13 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2010 eingebrochen.
Der MDax büsste 4,37 Prozent ein auf 8.736,25 Punkte, für den TecDax ging es um 2,82 Prozent runter auf 697,54 Punkte. Die von einigen befürchtete neuerliche Panik und der "schwarze Montag" blieben zunächst aber aus, obwohl die USA nur wenige Tage nach der Einigung im Schuldenstreit erstmals in der Geschichte ihre Bestnote als zuverlässiger Schuldner verloren hatten. Trevor Greetham von der Fondsgesellschaft Fidelity International sagte: "Die Rating-Abstufung kommt nicht überraschend und die Verkäufe der letzten Woche waren zum Teil von Gerüchten über diesen Schritt getrieben." Die nachhaltige Reaktion der Märkte bleibe zwar offen, die Gewissheit um den Verlust des Top-Ratings könne aber auch zu einer Erleichterungs-Rally statt zum Ausverkauf führen.
FINANZWERTE HALTEN SICH DEUTLICH BESSER ALS DER MARKT
Finanzwerte und dabei insbesondere die Aktien der Versicherer zählen zur Überraschung einiger Anleger zu den Favoriten. Der Sektor gilt als ein Seismograph für die Sorgen um die angespannte Verschuldungslage in der Eurozone. Die Papiere der Deutschen Bank erlebten wie an den Vortagen eine Berg- und Talfahrt und schwankten zwischen einem Tief bei 32,650 Euro und einem Hoch bei 34,600 Euro heftig hin und her - zuletzt verbilligten sie sich um 0,36 Prozent auf 33,210 Euro. Der Versicher Munich Re gewann an der Dax-Spitze 0,67 Prozent auf 93,62 Euro. Börsianer verwiesen auf die Anleihenkäufe der EZB, die für Beruhigung in der Branche sorgten. Die Reaktion der Währungshüter auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann Experten der Royal Bank of Scotland zufolge als "kraftvolle" Antwort verstanden werden.
Luftfahrttitel reagierten erst verzögert auf den von Börsianern negativ gewerteten, geplanten Fluglotsenstreik. Lufthansa-Aktien sackten um 3,55 Prozent ab auf 12,100 Euro, nachdem die Titel am Morgen dank des deutlich gefallenen Ölpreises zeitweise klar im Plus gehandelt worden waren. Air Berlin fielen zuletzt um 2,67 Prozent auf 2,774 Euro zurück und die Anteile am Flughafenbetreiber Fraport rutschten um 5,28 Prozent auf 46,975 Euro ab. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ruft für Dienstagmorgen zum bundesweiten Streik auf.
Einzeltitel wurden zudem von Analystenstimmen bewegt: MAN-Papiere litten mit einem Minus von 5,80 Prozent unter einer negativen Studie von Merrill Lynch zum Lkw-Markt. ThyssenKrupp mussten nach einer Abstufung von Cheuvreux auf "Outperform" mit dem Kursziel 60,00 Euro 4,84 Prozent abgeben. Die Analysten verwiesen auf die gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen.
HANNOVER RÜCK UND QSC NACH ZAHLEN UNTER DRUCK
Bilanzvorlagen gab es unterdessen auch, die aber laut Händlern angesichts der insgesamt angespannten Gemengelage etwas in den Hintergrund fielen. Hannover Rück rutschten um 3,94 Prozent auf 30,995 Euro, obwohl der weltweit drittgrösste Rückversicherer dank einer dicken Steuergutschrift die Katastrophenlasten des ersten Halbjahrs abfedern konnte. Händler werteten den Quartalsbericht "besser" mit dem Blick auf das Nettoergebnis, kritisieren aber eine enttäuschende operative Entwicklung.
Im TecDax brachen QSC sogar um 10,40 Prozent ein auf 2,015 Euro. Der Telekomanbieter verdiente im zweiten Quartal wegen Integrationskosten weniger als erwartet. Der Umsatz hat zwar im zweiten Quartal laut einem Börsianer die Erwartungen leicht übertroffen. Er sei damit "in Ordnung", während die Ergebnisse schwach ausgefallen seien. Analysten wie Thomas Karlovits von Kepler bleibt indes für QSC zuversichtlich. Er beliess die Titel am Morgen trotz der Enttäuschung auf der Gewinnseite nach den Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 4,00 Euro./fat/rum
--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

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