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AKTIEN FRANKFURT: Fester - 'Wachsweiche G20' sorgt für Auftrieb

Dieser Inhalt wurde am 25. Oktober 2010 - 11:52 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die positive Stimmung an den chinesischen Börsen hat am Montag auch auf Europa übergegriffen und den Dax in Richtung 6.700 Punkte steigen lassen. Auftrieb für die Aktienmärkte lieferte das Treffen der Finanzminister der weltweit grössten Wirtschaftsmächte G20 am Wochenende. Der deutsche Leitindex gewann bis zur Mittagszeit 0,64 Prozent auf 6.648,38 Punkte und stand damit so hoch wie zuletzt im Juni 2008. Der MDax legte um 0,76 Prozent zu auf 9.376,55 Punkte. Der TecDax rückte um 0,89 Prozent auf 817,12 Punkte vor.
"Die Märkte reagieren erleichtert auf die wachsweiche G20", begründete Marktstratege Heino Ruland vom Finanzberater Ruland Research die Kursanstiege. So seien gegen China wegen der Bewertung des Yuan entgegen den Befürchtungen keine Repressalien ausgesprochen worden. Zudem könne auch die USA ihre eingeschlagene Währungspolitik fortsetzen und weiter Geld drucken.
VW-VORZÜGE NACH POSITIVEN KOMMENTAREN GEFRAGT
Unter den Einzelwerten ragte mit plus 4,38 Prozent auf 101,00 Euro als Dax-Spitzenwert die Vorzugsaktie von Volkswagen (VW) hervor. Europas grösster Autobauer hatte am Freitag überraschend Quartalszahlen vorgelegt, wodurch das Papier bereits um etwas mehr als drei Prozent gestiegen war. Zahlreiche Analysten hoben nun ihre Kursziele für die Aktie an, unter ihnen die Experten der Credit Suisse, der Deutschen Bank und der Commerzbank. Nach Ansicht des Deutsche-Bank-Analysten Jochen Gehrke ist der Markt nach wie vor weit davon entfernt, die erreichten und weiterhin geplanten Steigerungen der Profitabilität angemessen zu bewerten.
Die Titel von MAN büssten dagegen am Dax-Ende 1,29 Prozent auf 82,60 Euro ein. Sie litten unter Aussagen des Wettbewerbers Scania . Der schwedische Lkw-Bauer registrierte im dritten Quartal zwar eine Nachfrageerholung vom sehr niedrigen Niveau 2009 aus, allerdings wachse der Markt nur langsam und die Frachtpreise blieben weiter unter Druck, sagte Scania-Chef Leif Östling.
HOCHTIEF GIBT NICHT AUF
Ein Pressebericht über einen "weissen Ritter" für Hochtief und ein Gesuch der Tochter Leighton an das australische Übernahmegremium sorgte im MDax für einen Kursanstieg der Aktie des Baukonzerns um 3,09 Prozent auf 65,40 Euro. Damit stand die Aktie so hoch wie zuletzt Anfang Juli 2008. Im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch den spanischen Grossaktionär und Konkurrenten ACS könnte Katar helfend in die Presche springen, berichtete "Der Spiegel". Derweil warf das Management der australischen Hochtief-Tochter Leighton ACS im Übernahmekampf um den Mutterkonzern einen weiteren Knüppel zwischen die Beine und wandte sich an das australische "Takeover Panel".
Die Anteilsscheine von Continental legten um 0,63 Prozent auf 63,610 Euro zu, nachdem sie zeitweise bis auf 64,47 Euro gestiegen waren. Der Chef des Reifenherstellers Elmar Degenhart hatte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) unter anderem das bereits mehrfach nach oben korrigierte Umsatzziel von plus 15 Prozent als "konservativ" bezeichnet. Da Analysten im Schnitt jedoch bereits mit einem höheren Umsatzplus rechneten, habe der Kurs nur kurzfristig profitieren können, begründete ein Händler die teilweisen Gewinnmitnahmen. Die Aktien des Branchenkollegen Leoni dagegen setzten sich mit plus 3,86 Prozent auf 27,415 Euro an die MDax-Spitze.
WIRTSCHAFTSPRÜFER BEI PUMA-JOINT-VENTURE
Die Titel von Puma verloren 0,78 Prozent auf 249,45 Euro. Der Sportartikelhersteller wird wegen eines Millionenbetrugs bei einem griechischen Joint Venture in diesem Jahr weniger Gewinn machen. Eine Sonderprüfung bei Puma Hellas SA durch unabhängige Wirtschaftsprüfer habe den Verdacht erhärtet, dass die griechischen Partner von Puma zusammen mit Mitgliedern des griechischen Managements mehrere Jahre lang Gelder des Unternehmens hinterzogen und veruntreut hätten, sagte ein Puma-Sprecher der dpa./ck/ag
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

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