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AKTIEN EUROPA: Fester - Lösung im US-Schuldenstreit, HSBC treibt Banken

Dieser Inhalt wurde am 01. August 2011 - 14:08 publiziert

PARIS/LONDON (awp international) - Die Kompromisslösung im US-Schuldenstreit hat die europäischen Börsen am Montag deutlich angeschoben. Die Erleichterung nach der "Einigung ohne Happy End", wie sie die Devisenexperten der Commerzbank nannten, ebbte jedoch schnell wieder spürbar ab. So erholte sich der EuroStoxx 50 zuletzt noch um 0,79 Prozent von fünf Verlusttagen auf 2.691,45 Punkte. Zwischenzeitlich hatte er bereits 1,46 Prozent gewonnen. Für den CAC 40 ging es in Paris um 1,02 Prozent auf 3.708,89 Punkte nach oben. Der Londoner FTSE 100 stieg um 1,37 Prozent auf 5.894,73 Punkte.
Gerade noch rechtzeitig vor Überschreiten des gesetzlichen Schuldenlimits und einem drohenden Zahlungsausfall der weltweit grössten Volkswirtschaften, hatten sich Demokraten und Republikaner auf eine Erhöhung geeinigt, die mit Sparmassnahmen in Höhe von fast drei Billionen Dollar einhergehen soll. Die so zunächst gedämpften Sorgen führten zu einer marktbreiten Erholung, der sich in der Stoxx 600-Sektorenübersicht nur die als defensiver geltenden Gesundheitstitel nicht anschliessen konnten. Besonders gefragt waren dagegen Finanzititel, mit dem Versicherungssektor an der Spitze und Banken auf Platz drei nach den Rohstoffwerten .
Der Bankensektor erhielt vor allem von den Zahlen der HSBC Holding einen kräftigen Schub. Die britische Grossbank hatte im ersten Halbjahr dank einer gesunkenen Vorsorge für faule Kredite ihren Gewinn unerwartet kräftig gesteigert. Der Zuwachs resultierte allerdings vor allem aus dem ersten Quartal, als die Bank den Gewinn um 60 Prozent gesteigert hatte. Im zweiten Quartal hatte das Investmentbanking der Grossbanken weltweit unter der Schuldenkrise in Europa zu leiden gehabt. Die HSBC-Aktie sprang gleichwohl um 4,79 Prozent an und war damit zweitbester "Footsie"-Wert. Die Bank kündigte zudem im Zuge des weitreichenden Konzernumbaus in den kommenden Jahren 30.000 Stellenstreichungen an.
Im EuroStoxx wurde die Branche von Unicredit-Papieren angeführt, die 2,56 Prozent zulegten. Die Spitze des Eurozonen-Leitindex gehörte allerdings den Versicherern ING und Axa mit Zuwächsen von bis zu 3,80 Prozent.
Die Aktien von Air Liquide zogen um 2,08 Prozent an. Der französische Gasehersteller hatte seinen Wachstumskurs zum Halbjahr fortgesetzt. Die bisherige Prognose hatte der Konzern bestätigt. Konzernchef Benoît Potier verwies auf den starken Anstieg des Gewinns. Trotz der Folgen der Krisen in Japan und in Nordafrika zeigte er sich für das Gesamtjahr weiterhin optimistisch.
Ebenfalls deutlich nach oben ging es für Aktien von TNT Express . Sie sprangen trotz eines Gewinneinbruchs des niederländischen Logistikers um 4,26 Prozent an. Die abgespaltene Logistiksparte des niederländischen TNT-Konzerns hatte im zweiten Quartal unter Verlusten in Brasilien und Asien gelitten aber die Markterwartungen dennoch übertroffen./ag/chs

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