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Aids-Impfstoff-Entwicklung vorantreiben

24 renommierte Aids-Fachleute, darunter Giuseppe Pantaleo von der Universität Lausanne, schlagen Alarm: Es brauche dringend einen Impfstoff gegen Aids.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juni 2003 - 21:11 publiziert

Sie fordern Geld für einen "Forschungs-Wettbewerb" von Labors in sechs Ländern.

Falls nicht bald ein Impfstoff gegen das HI-Virus gefunden werde, sterben bis im Jahr 2020 rund 70 Millionen Menschen an der Immunschwäche-Krankheit. In der Zeitschrift "Science" präsentierten 24 Wissenschafter aus der Schweiz, Frankreich, Südafrika, Grossbritannien, China und Indien am Donnerstag ein Impulsprogramm.

Mehr Effizienz durch Wettbewerb

Die Idee des Wettbewerbs-Modells sieht eine offene Kommunikation unter den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern vor, sagte Giuseppe Pantaleo, Leiter der Abteilung für Immunologie der Universität Lausanne, gegenüber swissinfo. Damit sollen die Ressourcen optimal genutzt, Resultate rasch verglichen und Doppelspurigkeiten vermieden werden.

Ziel der Offensive ist die Rettung möglichst vieler Aids-inifzierter Menschen, besonders in Afrika. Die Bevölkerung südlich der Sahara weist weltweit den höchsten Anteil an HIV-Infizierten auf.

Enormer Geldbedarf

"Das Projekt ist auf zehn Jahre angelegt, und zur Finanzierung werden mehrere 100 Mio. Dollar nötig sein", so Pantaleo. Parallel sollen drei bis vier Impfstoffe entwickelt und in grossen Testreihen erprobt werden.

Da die Entwicklung eines Aids-Impfstoffes laut dem Lausanner Experten ein "hochriskantes Unternehmen" ist, sei eine mentale Neuausrichtung auf der Geberseite nötig.

Als "Good News" bezeichnete Pantaleo daher die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, in den nächsten Jahren 15 Mrd. Dollar für den weltweiten Kampf gegen Aids bereit zu stellen.

Rasch vorwärts machen

Operativ soll das internationale Forschungsprogramm im nächsten Jahr werden, so der Lausanner Experte weiter. Wer exakt dabei sein wird, ist noch offen. Doch verschiedene Schweizer Forschungsgruppen, darunter natürlich das Team von Giuseppe Pantaleo, sind interessiert mitzumachen.

Ein erster Schritt Richtung Umsetzung sei an der Konferenz der Aids Foundation vom August in Washington vorgesehen, präzisiert der Lausanner Forscher.

Dort wollen sich die Fachleute an die konkrete Ausarbeitung der Vorschläge machen.

swissinfo, Renat Künzi

Fakten

Allein in Afrika werden bis zum Jahr 2010 rund 45 Mio. neue Aids-Infizierte erwartet

Die jüngste Impfstoff-Studie in den USA und Thailand mit 15'000 Probanden kostete 120 Mio. Dollar

Die US-Regierung stellt in den nächsten Jahren 15 Mrd. Dollar im Kampf gegen Aids bereit

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