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Adamow-Auslieferung wegen Rekurs gestoppt

Das Bundesgericht muss über Adamows Auslieferung entscheiden. Keystone

Die Schweizer Behörden haben die Auslieferung des ehemaligen russischen Atomministers Jewgeni Adamow an die Vereinigten Staaten gestoppt.

Dieser Inhalt wurde am 06. Oktober 2005 - 21:49 publiziert

Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass Adamows Anwalt einen Rekurs beim Bundesgericht einreichen will.

Adamow habe einen Rekurs gegen seine Auslieferung an die USA angekündigt, sagte der Vizedirektor des Bundesamts für Justiz (BJ), Rudolf Wyss, am Donnerstag.

Das Schweizer Aussenministerium bestätigte gleichentags die Vorladung des stellvertretenden Schweizer Missionschefs in Moskau. Russland hatte sich nach der Ankündigung der Schweiz am Montag, dem US-Auslieferungsgesuch den Vorrang vor jenem aus Russland zu geben, empört gezeigt.

Rekurs vor Bundesgericht

Laut Wyss informierte Adamows Anwalt Stefan Wehrenberg am Mittwoch die Behörde darüber, dass er Rekurs beim Bundesgericht einreichen werde. "Damit können wir die Auslieferung nicht vollziehen und Adamow bleibt in Auslieferungshaft", sagte Wyss.

Das Gesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen sieht vor, dass innert fünf Tagen nach Eröffnung der Auslieferungsverfügung angekündigt werden muss, ob Beschwerde geführt wird. "Wenn er das nicht tut, riskiert er die Auslieferung", sagte Wyss.

Der Auslieferungsentscheid war Adamow am Montag eröffnet worden. Nach der Ankündigung hat er 30 Tage Zeit, beim Bundesgericht Beschwerde einzureichen.

Moskau zitiert Schweizer Diplomaten

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte unterdessen, dass der stellvertretende Missionschef in Moskau am Mittwoch vom russischen Aussenministerium vorgeladen worden war.

Die russischen Vertreter hätten ihm ihre Überraschung und ihre Unzufriedenheit über den Entscheid der Schweiz mitgeteilt, Adamow an die USA auszuliefern. Die russischen Vertreter hätten auch deutlich gemacht, dass der Entscheid Auswirkungen haben werde auf die bilateralen Beziehungen zur Schweiz.

Der Schweizer Vertreter habe bei dieser Gelegenheit die Schweizer Position bekräftigt und darauf hingewiesen, dass der Entscheid ausschliesslich auf juristischen Kriterien basiere und dass keinerlei politischen Überlegungen eine Rolle gespielt hätten.

Korruptionsvorwürfe der USA

Adamow war im vergangenen Mai auf Ersuchen der USA in Bern verhaftet worden. Die Amerikaner verdächtigen ihn, mindestens 9 Mio. Dollar für persönliche Zwecke verwendet zu haben, die für die Erhöhung der nuklearen Sicherheit in Russland bestimmt gewesen wären.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Jewgeni Adamow war russischer Atomenergie-Minister von 1998 bis 2001, als ihn eine parlamentarische Kommission der Korruption beschuldigte.

Er wird von den USA beschuldigt, Geld unterschlagen zu haben, die zur Verbesserung der Kernenergie-Sicherheit in Russland bestimmt gewesen wären.

Russland seinerseits stellte am 17. Mai einen Auslieferungsantrag und bezichtigt Adamow des Betrugs während seiner Amtszeit.

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