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3 Schweizer in New Orleans vermisst

Ein Militärhelikopter sucht in New Orleans Überlebende. Keystone

Zehn Tage nach dem verheerenden Hurrikan im Südosten der USA gelten auch drei Schweizer Staatsangehörige offiziell als vermisst.

Dieser Inhalt wurde am 09. September 2005 - 21:50 publiziert

Der Schweizer Konsul Jürg Bono in Houston, Texas, sagt, dass er sich um zwei Frauen und einen Mann "starke Sorgen" mache. Die US-Behörden seien informiert.

"Eine Frau hat von ihrem Mann seit einer Woche nichts gehört. Sie wurde nach Houston evakuiert, er jedoch blieb, um einem Nachbarn zu helfen. Seither hat die Frau nichts mehr von ihrem Mann gehört", sagt Jürg Bono gegenüber swissinfo. Es sei der Fall, mit dem man sich in Houston am meisten beschäftige.

Die beiden vermissten Frauen hätten bis zum Hurrikan regelmässig mit Freunden oder Bekannten in der Schweiz Kontakt gehabt.

"Seither haben sie sich nicht mehr gemeldet",, sagt Bono. Das bedeute noch nicht, dass ihnen etwas zugestossen sei. "Allerdings, wir werden langsam unruhig, denn die Kommunikation ist in vielen Gebieten wieder hergestellt worden und sie hätten sich melden können."

Gemäss Bono leben in New Orleans 92 Familien, insgesamt 149 Personen, welche Schweizer oder schweizerisch-amerikanische Doppelbürger sind.

Sofort nach dem Hurrikan habe das Schweizer Konsulat in Houston an 33 Familien E-Mails versandt und sie gebeten mit dem Konsulat Verbindung aufzunehmen. Das Konsulat erhielt 16 Antworten zu rund 40 Personen. Etliche der Doppelbürger hätten sich an die amerikanischen Behörden gewandt, hiess es in Houston weiter.

Alabama und Mississippi

Schweizer Bürger, welche in den Staaten Alabama und Mississippi leben, den beiden andern Staaten, welche vom Hurrikan betroffen sind, fallen unter die Zuständigkeit des Generalskonsuls in Atlanta.

Dort hiess es gegenüber swissinfo, dass die Behörden Kenntnis von Aufenthaltsort von praktisch allen der 324 gemeldeten Schweizerinnen und Schweizer habe, welche in den beiden Staaten lebten.

"Die meisten scheinen bei guter Gesundheit und haben nur geringe Schäden an ihren Häusern", sagt Konsulin Monika Camacho-Bandlin und fügt an, dass nur "eine Handvoll" in den betroffen Küstengebieten lebten. "Rund 50% davon haben sich gemeldet, und wir wissen, dass sie ok sind."

Hilfe gut angelaufen

Konsul Bono in Houston sagte, dass die vergangenen Tage äussert schwierig gewesen seien. Das Personal im Konsulat sei über jede eintreffende E-Mail erleichtert gewesen, in denen Leute geschrieben hätten, dass sie wohlauf seien.

Die Hilfe an die Betroffenen sei nun gut angelaufen, obwohl es eine Weile gedauert habe, bis sie in Gang gekommen sei.

"Die Katastrophenhilfe funktioniert nun besser als zu Beginn. Aber Sie müssen wissen, dass es eine riesige Katastrophe ist. Ich glaube nicht, dass die Leute mit dem enormen Ausmass gerechnet hatten. Alle waren überrascht", sagte Bono.

Bono lobte die Hilfsbereitschaft der amerikanischen Bevölkerung. So zum Beispiel, dass rund 25'000 Freiwillige zum Astrodome in Houston strömten, um den dort gestrandeten Hilfe zu leisten.

Bono sagte weiter, dass auch die amerikanisch-schweizerische Gesellschaft in Houston ihre 120 Mitglieder gebeten habe, Betroffene aus dem Katastrophengebiet aufzunehmen.

swissinfo, Adam Beaumont in Houston, Texas
(Übertragen aus dem Englischen von Urs Maurer)

In Kürze

2 Schweizerinnen und 1 Schweizer gelten offiziell als im Katastrophengebiet vermisst.

Grossmehrheitlich alle der 324 Schweizer in Alabama und Mississippi sind wohlauf.

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Fakten

92 Familien, total 149 Personen, leben als Schweizer oder schweizerisch-amerikanische Doppelbürger in New Orleans.
324 Schweizer sind in den Staaten Mississippi und Alabama gemeldet.
Die Opferzahlen des Hurrikans Katrina scheinen tiefer zu liegen, als zuerst angenommen wurde.
Etwa 400'000 Häuser in der Stadt sind ohne Strom. Vorläufig können die Leute nicht in ihre Häuser zurückkehren.

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