Navigation

2005 Top-Jahr für Nationalbank

Goldsegen für die Schweizerische Nationalbank. Keystone

Die Schweizerische Nationalbank hat im Jahr 2005 ihren Gewinn von 0,4 auf 12,8 Mrd. Franken erhöht. Bund und Kantone erhalten 2,5 Mrd. Franken.

Dieser Inhalt wurde am 27. Januar 2006 - 10:47 publiziert

Vor allem der kräftige Anstieg des Goldpreises und des US-Dollar führte zu hohen Bewertungsgewinnen.

Gemäss dem am Freitag veröffentlichten Jahresergebnis legte die Schweizerische Nationalbank (SNB) letztes Jahr in praktisch allen Bereichen markant zu. Am stärksten ins Gewicht fiel der Erfolg aus den Goldanlagen: Nach einen Verlust von 0,9 Mrd. Franken im Vorjahr resultierte nun ein Gewinn von 7,5 Mrd. Franken.

Im vergangenen Jahr stieg der Goldpreis um 36%. Die SNB hat rund einen Viertel ihres Vermögens in Gold angelegt.

Mehr Gewinn aus Fremdwährungsanlagen

Der Erfolg aus Fremdwährungsanlagen, die etwa die Hälfte aller Anlagen ausmachen, erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 1,2 auf 5,3 Mrd. Franken. Währungs-Veränderungen bescherten der Nationalbank dabei einen Gewinn von 2,5 Mrd. Franken nach einem Verlust von 2,0 Mrd. im Vorjahr. Drei Viertel des Gewinns steuerte der Dollar bei.

Der Erfolg aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen schrumpfte dagegen von 3,2 auf 2,8 Mrd. Franken. Die Frankenanlagen brachten wie im Vorjahr 0,3 Mrd. ein.

Rekordhöhe

Unter dem Strich schnellte der SNB-Gewinn damit von 0,4 Mrd. Franken auf die Rekordhöhe von 12,8 Mrd. Franken. Dieses aussergewöhnlich hohe Jahresergebnis sei eine direkte Folge des kräftigen Kursanstiegs von Gold und Dollar, hiess es in der Mitteilung. Das Ergebnis widerspiegle in keiner Weise das mittel- und langfristige Ertragspotential der Nationalbank.

Im Vorjahr hatte die SNB Gold im Wert von 21,1 Mrd. Franken verkauft. Dank diesen ausserordentlichen Erträgen betrug das Ergebnis damals 21,6 Mrd. Franken. Im vergangenen Jahr wurden die Währungsreserven nicht weiter abgebaut; ausserordentliche Erträge blieben folglich aus.

Ausschüttung an Bund und Kantone

Vom Gewinn von 12,8 Mrd. Franken schüttet die Nationalbank 2,5 Mrd. an Bund und Kantone aus. Dieser Betrag wurde vor drei Jahren in einer Vereinbarung zwischen Bund und SNB festgelegt.

Weitere 0,8 Mrd. Franken werden den Währungsreserven zugewiesen. Die restlichen 9,5 Mrd. Franken werden den Ausschüttungsreserven zugeschlagen. Diese steigen dadurch von 6,9 auf 16,5 Mrd. Franken.

Politisch scharf beobachtet

Die SNB-Gewinne stehen derzeit unter scharfer politischer Beobachtung. Die KOSA-Initiative der Gewerkschaften will die Nationalbankgewinne künftig - abzüglich einer Milliarde für die Kantone - der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung (AHV) zuweisen.

Schweizer Regierung und Nationalbank lehnen die Initiative ab, weil sie befürchten, die Unabhängigkeit der Notenbank sei nicht mehr gewährleistet, wenn diese für soziale Zwecke eingespannt würde.

Das Volksbegehren kommt im Herbst an die Urne. Aus Angst, der absehbare Rekordgewinn der SNB könnte der KOSA-Initiative zusätzliche Stimmen bringen, hatte der Bundesrat den Abstimmungstermin vom Frühling auf den Herbst verschoben.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Jahresergebnis 2005 (2004):

Erfolg aus Gold: 7,5 Mrd. Fr. (-0,9)

Erfolg aus Fremdwährungsanlagen: 5,3 Mrd. Fr. (1,2)

Erfolg aus Frankenauflagen: 0,3 Mrd. Fr. (0,3)

End of insertion

In Kürze

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist in der Schweiz für die Geldpolitik zuständig und tut dies als politisch unabhängige Zentralbank.

Sie steuert die Geldpolitik über Liquidität und Geldpreis (Libor-Zinssatz).

Andere Aufgaben der SNB sind die Erleichterung von Finanz-Transaktionen und die Ausgabe von Banknoten.

Von ihrem Gewinn schüttet die SNB einen Betrag an Bund und Kantone aus. Dieser Betrag wurde 2002 in einer Vereinbarung zwischen Bund und SNB festgelegt.

Das bis Ende 2012 gültige Abkommen sieht eine jährliche Ausschüttung von 2,5 Mrd. Franken vor.

End of insertion

Artikel in dieser Story

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?