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20 Jahre Biolandwirtschaft: Eine rasante Entwicklung

Bio Suisse ist 20-jährig . swissinfo.ch

Mit Wachstumsraten über 20% pro Jahr ist die Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in der Schweiz eine veritable Erfolgsgeschichte. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Grossverteiler - und auch die Geldprobleme der Landwirtschafts-Politik.

Dieser Inhalt wurde am 25. August 2001 - 17:14 publiziert

Mit einem grossen Fest wird dieses Wochenende gefeiert und am 1. September ist dann das offizielle Jubiläum: Bio Suisse, die Dachorganisation aller im Biolandbau Tätigen, feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

Gleich am Anfang wurde gewählt: Mit der 42jährigen Regina Fuhrer-Wyss wurde erstmals eine Frau zur Präsidentin. Fuhrer-Wyss bewirtschaftet im bernischen Burgistein einen Biohof von 12,8 Hektaren.

Sie setzt sich zum Ziel, den Biolandbau weiter auszuweiten und die Qualität der Produkte mit der Bio Suisse-Knospe weiter zu garantieren.

Der Bio-Boom

Eigentlich hat der richtige Boom der Bioprodukte erst 1993 eingesetzt. Der Schweizer Grossverteiler Coop hat damals begonnen, biologisch angebaute Produkte in sein Sortiment aufzunehmen. Drei Jahre später folgte Migros.

"Der Anstieg beim Verkauf von Bioprodukten ist eine wirkliche Sensation", sagt Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FibL). Niggli argumentiert mit Zahlen: "Obgleich der Nahrungsmittel-Markt gesamthaft nicht gewachsen ist, haben die biologischen Produkte jährlich mehr als 20% zugenommen." Dies habe sicher auch damit zu tun, dass es gelungen sei, den Preisunterschied zwischen konventionellen und biologischen Produkten in Grenzen zu halten.

Allerdings: Die Nachfrage kann zur Zeit nicht befriedigt werden. Die Umstellungszeit von Produktions-Betrieben ist lang und sie ging nicht so vonstatten, dass die Bedürfnisse der Konsumenten alle abgedeckt werden können. "Die Hälfte des biologischen Brotgetreides muss importiert werden, da die heimische Landwirtschaft noch nicht die notwendigen Mengen liefert", so ein Beispiel von Urs Niggli.

Landwirtschafts-Politik hat Umstellen gefördert¶

"Mit den Gesetzes-Revisionen in den 90er Jahren haben wir einen rasanten Paradigmen-Wechsel herbei geführt", sagt Patrick Aebi vom Bundesamt für Landwirtschaft. Konkret sind die staatlich kontrollierten Nahrungsmittelpreise (die verglichen mit den internationalen Märkten künstlich hoch gehalten wurden) Vergangenheit. Landwirtschaftsbetriebe erhalten heute Beiträge für einen nachhaltigen Umgang mit der Landschaft, in die Preisgestaltung der Produkte wird kaum mehr eingegriffen.

Mit der neuen Landwirtschafts-Politik, den neuen Subventions-Regelungen liessen sich einerseits die rasant schrumpfenden Einkommen der Bauern stabilisieren, andererseits bekam man auch die Ausgaben des Bundes im Agrarsektor in den Griff.

1993 bewirtschafteten die Bauern 18,4% der landwirtschaftlichen Fläche nach ökologischen Kriterien. Im Jahre 2000 waren es mehr als 95%, die nach den Prinzipien der integrierten Produktion (IP) bebaut werden. IP verbietet den Landwirten nicht, Dünger und chemische Schädlingsbekämpfungs-Mittel einzusetzen - dies ein Unterschied zur biologischen Produktion. Allerdings sind die Maximal-Einsätze bei IP klar vorgeschrieben, es darf nur bei Bedarf gespritzt werden.

Die praktischen Folgen der neuen Subventions-Politik: Die Bauern mussten umlernen - und konnten dabei vom Knowhow der Bioproduzenten profitieren. "Der Handel mit Bioprodukten hat bei dieser Veränderung eine wichtige Rolle gespielt", sagt der Fachexperte Urs Niggli.

Wichtig für Bergregionen¶

In Bergregionen wie dem Bündnerland produziert jeder zweite Bauernbetrieb nach biologischen Kriterien von Bio Suisse. In der lateinischen Schweiz ist der Teil am kleinsten. "Rund 10% der Schweizer Produktion ist biologisch - dies ist eine interessante Menge auch international gesehen." Die Schweiz ist bei den Bioprodukten denn auch europaweit Spitzenreiterin, gefolgt von Schweden und Österreich.

Allerdings: Wieviele Bauern in den nächsten Jahren von integrierter Produktion auf Bio umstellen werden, ist unklar. Der Anstieg wird sicher weniger rasant weitergehen.

Daniele Papacella

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