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"Spitzenleistungen spornen an!"

Armin Mühlematter, OK-Präsident der 37. Berufsweltmeisterschaft in St. Gallen (Foto: Staatskanzlei) Armin Mühlematter, OK-Präsident der 37. Berufsweltmeisterschaft in St. Gallen (Foto: Staatskanzlei)

Swissinfo-Gespräch mit Dr. Armin Mühlematter, Präsidenten des Organisations-Komitees der Berufs-WM in St. Gallen und Spezialist für Berufsausbildung.

Dieser Inhalt wurde am 21. Juni 2003 - 17:06 publiziert

Für Armin Mühlematter ist die Berufsausbildung auch ein Gegengewicht zum Universitäts-Studium

Herr Mühlematter, handelt es sich hier um eine andere WM?

Nein, es ist wie im Sport. Wir wollen mit den Besten der Welt einem breiten Publikum zeigen, welche Leistungen im Handwerk möglich sind. Spitzenleistungen spornen an und werden nachgeahmt. Das im Sport, wie an der Berufs-WM so. Dieses Signal wollen wir aussenden.

Sieht denn der Zuschauer überhaupt, ob hier eine Spitzenergebnis erzielt wird?

Klar muss man etwas von der Arbeit, bei der man zuschaut, verstehen. Aber alle sehen mit welcher Präzision und Hingabe die Teilenehmenden bei der Arbeit sind. Und in der Schweiz fehlt es ja nicht an Fachleuten rund um die Arbeitsplätze. Alle hier haben ja eine Berufsausbildung. Sie können demnach die Leistung einschätzen.

Kann bei einem Berufsweltmeistertitel auf die gute Berufs-Ausbildung im jeweiligen Landes geschlossen werden?

Nicht unbedingt. Gerade die Leute aus dem Fernen Osten werden richtiggehend auf die Aufgabe hier an der WM getrimmt. In der Schweiz ist die Ausbildung vielschichtiger. Berufsleute hier lernen analysieren, herstellen und reparieren.

Welche Aufgaben treffen die Teilnehmenden an?

Die wurden von WorldSkills ausgearbeitet und sind in jeder Berufsgruppe identisch. Auch die Arbeitsplätze sind identisch. Erlaubt sind aber individuelle Arbeitsgeräte. Das ist genau definiert. Deshalb mussten wir innert 14 Tagen eine Fabrik mit rund 700 Arbeitsplatzen aufbauen. Die Organisationskomitees der Länder kriegten dazu einen genauen Beschrieb der Maschinen, die wir zur Verfügung stellen.

W

er darf eigentlich in St. Gallen teilnehmen?

Das bestimmen die Länder. In der Schweiz sind die Berufsverbande für die Selektion zuständig. In regionalen Ausscheidungen wurden die Teilnehmer für die Schweizer Meisterschaft erkoren. Der Schweizer Meister, die Meisterin, ist hier in St. Gallen.

Warum nur junge Berufsleute?

Wir wollen denjenigen Leuten eine Chance geben ihr Können zu zeigen, die am Beginn ihrer Berufskarriere stehen.

Wie wirkt sich eine Berufsweltmeisterschaft aus?

Sie gibt den Mitgliedsländern Impulse. In Fernost ist der Stellenwert noch viel höher als bei uns. Ein Goldmedaillen-Gewinner dort, ist fortan eine gesuchte Berufsperson. Die Welt steht offen. Dann sind alle die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ja ihr grosses Wissen und Können langst beweisen haben Vorbilder - wie im Sport.

Ist der Stellenwert der WM gegenüber St. Gallen 97 gestiegen?

Zweifellos! 1997 wusste kaum jemand, was da ablief. Obwohl schon damals 150`000 Leute kamen. Aber heute ist das Interesse von überall her viel grösser. Namentlich die Politik und die Medien zeigen grosses Interesse.

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür?

Die Leute schätzen was hier abläuft und sie können es einordnen. Wie kaum ein Land sind hier in der Schweiz unter den Besucherinnen und Besuchern viele Berufsleute, die mit ihrer eigenen Situation vergleichen können. Hören Sie nur die kritischen Kommentare rund um die Arbeiten.

Dazu kommt, dass das Interesse an der gewerblichen Berufsausbildung wieder steigt. Man merkt, dass es nicht nur Akademiker braucht, sondern auch gut ausgebildete handwerkliche Berufsleute. Es braucht eben beides.

swissinfo, Urs Maurer, St. Gallen

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