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"Schweizer Nobelpreis" für finnischen Forscher

Der mit dem Preis ausgezeichnete ETH-Zellbiologe Ari H. Helenius.

Der Marcel-Benoist-Preis geht dieses Jahr an den finnischen Biologen Ari H. Helenius. Der ETH-Professor wird für seine Forschungstätigkeit im Bereich der Zellbiologie ausgezeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 24. September 2007 - 11:54 publiziert

Der gerne als "Schweizer Nobelpreis" bezeichnete Preis wird seit 1920 jährlich vergeben. Als Vorsitzender der Benoist-Stiftung hat Innenminister Couchepin den Preisträger am Montag in Bern empfangen.

Der Zellbiologe Ari H. Helenius, Professor für Biochemie an der ETH Zürich, erhält die mit 100'000 Franken dotierte Auszeichnung für seine Studien der molekularen Mechanismen.

Diese Mechanismen seien, so die Stiftung, für drei grundlegende Aspekte der Physiologie von lebenden Zellen und Viren verantwortlich: den innerzellulären Proteintransport, die Qualitätskontrolle bei neu synthetisierten Proteinen und die Mechanismen, durch die Viren in die Zellen gelangen.

Die Forschungsarbeiten des Preisträgers seien ein gutes Beispiel für die befruchtende Wechselwirkung, die durch Verbindung zweier Disziplinen – der Zellbiologie auf der einen und der molekularen Virologie auf der anderen Seite – entstehen kann.

So kam Helenius bei der Untersuchung der Frage, wie es gewissen Typen von Viren gelingt, in die Wirtzellen einzudringen, um sich dort zu vermehren, den grundlegenden physiologischen Mechanismen auf die Spur. Diese regeln den Proteintransport im Zellinnern und sorgen dafür, dass die Proteine in gutem Zustand an den Ort gebracht werden, wo sie ihre Wirkung zu entfalten haben.

Grosser Beitrag zum Verständnis der Zellbiologie

Helenius habe mit seiner Forschungstätigkeit zum Verständnis der Mechanismen der Zellbiologie beigetragen, heisst es in der Mitteilung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) vom Montag.

Die Kenntnis der Mechanismen, durch die es Viren gelingt, in Zellen einzudringen, eröffne Perspektiven für deren Abwehr und damit zur Vermeidung viraler Infekte. Der Nachweis, dass es ein System der Qualitätskontrolle für neu synthetisierte Proteine gibt, führte zudem zu der Erkenntnis, dass Defekte bei diesen Mechanismen die Ursache gewisser Krankheiten sind.

Dazu gehörten zum Beispiel gewisse Formen von Diabetes und die zystische Fibrose, eine bei Europäern relativ häufig auftretende schwere Erbkrankheit. Die Arbeiten von Ari Helenius seien daher von realem und direktem Interesse für die Gesundheit.

Seit 1997 Biochemie-Lehrstuhl an der ETH

Helenius hat seit 1997 den Lehrstuhl für Biochemie an der ETHZ inne. Zuvor war er Professor für Zellbiologie an der US-amerikanischen Yale Universität.

Bundesrat Pascal Couchepin, Vorsitzender der Marcel Benoist-Stiftung, empfing den Preisträger am Montag in Bern. Überreicht wird die Auszeichnung am 29. November in Zürich.

Ari Helenius wurde 1944 in Oulo, Finnland, geboren und schloss 1973 sein Studium in Biochemie an der Universität Helsinki mit dem Doktorat ab. Nach einem Post-Doc-Forschungspraktikum an der Finnischen Akademie der Naturwissenschaften wechselte er 1975 als Gruppenleiter an das Europäische Laboratorium für Molekulare Biologie (EMBL) in Heidelberg.

1981 wurde er als Professor für Zellbiologie an die Universität Yale, USA, berufen, wo er bis 1997 tätig war.

Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel, die in den renommiertesten Fachzeitschriften publiziert werden, leitet ein grosses Team und treibt seine Forschung mit grosser Kraft voran.

swissinfo und Agenturen

Marcel-Benoist-Preis

Der Advokat Marcel Benoist entstammt dem Pariser Grossbürgertum. Da er einen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland befürchtete, transferierte er einen Grossteil seiner Sammlung und seiner Geschäftsaktivitäten ab 1911 nach Lausanne.

Er vermachte seine gesamten Aktiven der Eidgenossenschaft. Laut Testament sollte die Rendite dieses Vermögens benutzt werden, um einen Schweizer oder in der Schweiz ansässigen Wissenschafter für eine Entdeckung oder Forschungsarbeit auszuzeichnen.

Der Preis wird seit 1920 vergeben und ist damit die älteste Auszeichnung für Wissenschaften in der Schweiz. Er wird gerne als "Schweizer Nobelpreis" bezeichnet.

Seit 1997 umfasst die Auszeichnung auch Gesellschafts-Disziplinen.

Der Preis wird von der Marcel-Benoist-Stiftung verwaltet. Sie wird vom jeweiligen Erziehungsminister (Departement des Inneren) präsidiert.

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