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"Keine Streitkultur um Wissenschaft"

Daniel de Roulet will Vertrauen aufbauen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Keystone Archive

Mit einer Wissenschafts-Woche, dem "Festival Science et Cité" vom 4.-11. Mai in zehn Schweizer Städten, macht die Wissenschaft einen Schritt aus dem Elfenbein-Turm hin zum normalen Fussvolk. Es gehe nicht um einen PR-Gag, betont Daniel de Roulet, Kurator des Festivals, sondern um Dialog.

Dieser Inhalt wurde am 02. Mai 2001 - 14:04 publiziert

Rund drei Jahre ist es her: Vor der Abstimmung über die Genschutz-Initiative trugen viele Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler zum ersten Mal ihre Botschaft aus den Labors in die Öffentlichkeit. Sie priesen die Hoffnungen und Erfolge der Gentechnologie - und mussten erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihnen schlicht nicht glaubten.

Die Auseinandersetzungen waren gehässig, keiner hörte dem andern zu. Und nach gewonnener Abstimmung waren viele Forschende froh, sich wieder in ihre Labors, zurück ziehen zu können.

So nicht, folgerte Staatssekretär Charles Kleiber. Der oberste Forschungs-Politiker der Schweiz rief die Stiftung "Science et Cité" ins Leben. Mit dem Ziel, der drohenden Entfremdung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft entgegenzuwirken.

Dann warfür lange Zeit Funkstille. Nun gibt es während der Wissenschafts-Woche beim "Festival Science et Cité" ab Freitag (04.05.) in zehn Schweizer Städten insgesamt über 1'000 Veranstaltungen. Da sind einerseits Happenings für Jugendliche, um sie für die Naturwissenschaften zu interessieren. Andererseits geht es darum, die Streitkultur zu fördern. "Wir versuchen es", relativiert Daniel de Roulet die Erwartungen, die diese grossen Worte wecken könnten.

Daniel de Roulet ist Schriftsteller, gelernter Architekt und Informatiker. Er ist gewohnt, zwischen verschiedenen Welten zu pendeln. Für den nun angestrebten Dialog eine gemeinsame Sprache zu finden, sei sicher nicht einfach, betont er im Gespräch mit swissinfo. Allerdings gibt es nicht bloss die Laien hier - die Wissenschaft da: Je nach Sprachregion, je nach Kultur, hätten sich andere Probleme gestellt, erzählt de Roulet. "Es ist nicht dasselbe, ob man im Tessin eine Diskussion über BSE macht, oder in Genf oder Basel."

Zudem - dies ist de Roulet ein wichtiges Anliegen - sind es nicht einfach Veranstaltungen von den gescheiten Wissenschaftlern fürs Fussvolk. "Es geht nicht um Erklärungen, es geht um Dialog."

Den Vorwurf, dass die Wissenschafts-Woche bloss PR und Werbung sei, weist de Roulet denn auch entschieden von sich: "Auf keinen Fall ist es Werbung für die Wissenschaft. Es ist Werbung für einen kritischen Dialog. Wir möchten Vertrauen aufbauen zwischen den beiden Welten."

PR machen könnten die grossen Konzerne oder die Wissenschaftler selber besser, dafür brauche es keine Stiftung "Science et Cité". "Es braucht die Stiftung nur, wenn man annimmt, dass berechtigte Fragen von beiden Seiten kommen."

Eva Herrmann

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