Navigation

"Dreckiges Dutzend" im Visier

BUWAL-Direktor Roch hofft, dass das POP-Sekretariat definitiv nach Genf kommt. Keystone Archive

Genf soll permanenter Sitz der Stockholm-Konvention werden, welche die Eliminierung von zwölf besonders giftigen Schadstoffen zum Ziel hat.

Dieser Inhalt wurde am 14. Juli 2003 - 18:56 publiziert

Am Montag wurde in Genf die siebte Verhandlungsrunde über die Konvention eröffnet.

Die Konvention zielt darauf ab, zwölf hochgiftige und schwer abbaubare Chemikalien weltweit zu eliminieren. Zur Gruppe der "persistant organic pollutants" gehören etwa DDT, Dioxine, Furane und polychlorierte Biphenile (PCB). Diese und andere POP, auch das "dreckige Dutzend" genannt, sollen weder hergestellt, verkauft noch angewendet werden dürfen.

Krebs und Tumore

Studien haben gezeigt, dass die POP beim Menschen Krebs und Tumore, Störungen des Nerven- und Immunsystems und Sterilität hervorrufen können.

Zudem können sie die Milchproduktion bei stillenden Müttern beeinträchtigen und Diabetes auslösen. Auch Säugetiere, Fische und Vögel können ähnliche Symptome zeigen.

"Die POP sind ein Problem von globalem Ausmass", sagte BUWAL-Direktor Philippe Roch in seiner Rede zur Eröffnung der Konferenz, die bis Freitag dauert. Roch regte zudem an, auch die Umweltfolgen neuer Chemikalien zu untersuchen und die POP-Liste mit weiteren Stoffen zu ergänzen, falls dies nötig sei.

In der Verhandlungsrunde in Genf geht es unter anderem um Modelle zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Umsetzung der POP-Konvention.

Genfer Synergien nutzen

Die Schweiz kandidiert offiziell für den permanenten Sekretariatssitz der POP-Konvention, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) am Montag bekräftigte.

Mit ihrer Kandidatur will sie die wichtigsten internationalen Umwelt-Instanzen im Bereich der chemischen Stoffe vereinen und so die Möglichkeit von Synergien schaffen.

Schon heute befinden sich in Genf das Sekretariat der Basler Konvention (Übereinkommen über den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle) sowie das provisorische Sekretariat der PIC-Konvention. In diesem Abkommen geht es um die Regelung des internationalen Handels mit gefährlichen Chemikalien und Pestiziden.

Neben diesen Konventionen residieren in der Rhonestadt auch die WTO und UNO-Unterorganisationen wie die Weltgesundheits-Organisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).

Schweiz hat Konvention ratifiziert

Neben der Schweiz bewerben sich Deutschland und Italien für den Sekretariatssitz der POP-Konvention. Der definitive Entscheid fällt erst 2005 im urugayischen Punta del Este.

Die Konvention tritt in Kraft, wenn sie von 50 Mitgliedländern ratifiziert worden ist. Nachdem das eidgenössische Parlament die Konvention in der Juni-Session ratifizierte, wird die Schweiz das 34. Mitglied des Abkommens.

swissinfo

Fakten

Grundlage für das POP-Abkommen ist die "Stockholmer Konvention"
Das Verbot der POP soll in Entwicklungs-Ländern (dort lagern ca. 500'000 Tonnen POP) durch internationale Umweltfinanz-Mechanismen ermöglicht werden

End of insertion

In Kürze

Genf will den definitiven Sitz der POP-Konvention, die Vergabe des Sekretariatssitzes erfolgt 2005.

Die bekanntesten POP sind DDT, Dioxine und PCB.

POP können bei Mensch und Tier Krebs und Tumore sowie Störungen des Nerven- und Immunsystems, Sterilität und Diabetes auslösen.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?